Humanitäre Kanäle ausgenutzt: Ein Krankentransport entpuppte sich als Schmuggelaktion (Symbolbild)

Humanitäre Kanäle ausgenutzt: Ein Krankentransport entpuppte sich als Schmuggelaktion (Symbolbild)

Schabak verhindert Sprengstoff-Schmuggel

Israel lässt Palästinenser aus dem Gazastreifen einreisen, um Krankheiten zu behandeln. Am Mittwochmorgen haben zwei Frauen dieses System für terroristische Zwecke missbraucht.

GAZA (inn) – Zwei Schwestern aus dem Gazastreifen haben Medizinverpackungen genutzt, um Sprengstoff nach Israel zu schmuggeln. Der Inlandsgeheimdienst Schabak gab am Mittwoch bekannt, den Schmuggel verhindert zu haben. Die beiden Frauen hätten dabei die Reiseerlaubnis für Kranke ausgenutzt. Eine von ihnen leidet an Krebs und sollte in Israel behandelt werden.

Der Sprengstoff „wurde von der Hamas verschickt und war dazu gedacht, in naher Zukunft einen Anschlag in Israel zu verüben“, teilte der Schabak weiter mit. Er sollte dazu gebraucht werden, Sprengsätze herzustellen. Die Frauen wurden zur Befragung festgenommen.

Netanjahu: Skepsis weiter angebracht

Für das Verteidigungsministerium ist der Vorfall ein weiterer Beleg dafür, „dass Terrorgruppen im Gazastreifen weiterhin humanitäre Kanäle ausnutzen, um Terror in das israelische Kernland zu exportieren“. Das sagte der Leiter der Behörde für Grenzübergänge, Kamil Abu Rokan. „Die Sicherheitskontrollen am Übergang funktionierten genau so, wie wir es erwarten – und mit bemerkenswerter Professionalität.“

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu kam schon am Mittwochmorgen ebenfalls auf den Fall zu sprechen. Er nannte laut der „Times of Israel“ noch keine Details, da die Mitteilung des Schabak zu diesem Zeitpunkt noch ausstand. Er sagte jedoch, Fälle wie dieser seien der Grund, warum es so unwahrscheinlich sei, dass Palästinenser aus dem Gazastreifen eine Arbeitserlaubnis für Israel erhalten, wie mancher Politiker es fordere. Die Arbeitslosenrate im Gazastreifen liegt nach Angaben der Weltbank vom 1. April bei 42 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit bei 58 Prozent.

Israel kontrolliert aus Furcht vor Terror den Waren- und Personenverkehr in und aus dem Gazastreifen. Nichtsdestotrotz erhielten im Jahr 2016 nach Angaben der Armee mehr als 30.000 Palästinenser aus dem Gazstreifen medizinische Hilfe in Israel. Laut der „Behörde für die Koordination der Regierungsaktivitäten in den (Palästinenser-)Gebieten“ (COGAT) haben am Dienstag 1.010 Personen den Eres-Übergang genutzt; zweimal überquerten Krankenwagen den Übergang. Ebenfalls am Dienstag gelangten 29.300 Tonnen an Gütern in 843 Lastkraftwagen über den Kerem-Schalom-Warenübergang in den Gazastreifen.

Von: df

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 900 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus