Israels Außenminister Lieberman sprach am Sonntag in München

Israels Außenminister Lieberman sprach am Sonntag in München

Israel und Saudi-Arabien gegen den Iran

Israels Verteidigungsminister Lieberman hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz für eine „Koalition der Moderaten“ geworben, um Terror zu bekämpfen. Der saudische Außenminister Al-Dschubeir zeigte sich optimistisch, dass die Araber und Israel bald ein Friedensabkommen treffen können.

MÜNCHEN (inn) – Israel und Saudi-Arabien haben am Sonntag bei der Münchner Sicherheitskonferenz jeweils vor Aggressionen des Iran gewarnt. Die Islamische Republik untergrabe die Stabilität der Region. Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagte: „Unsere Vision ist eine Koalition der Moderaten, um radikale Tendenzen zu überwinden.“ In diese Koalition schloss er Saudi-Arabien ein.

Der Konflikt zwischen den Israelis und den Palästinensern sei in der Region nicht das Hauptproblem. Vielmehr bedrohe der Iran die Stabilität der umliegenden Länder durch Waffenschmuggel und das zur Verfügungstellen von Geldern. Der Iran habe nukleare Ambitionen, Raketengeschosse und sei zudem der „wichtigste Sponsor des weltweiten Terrorismus“. Lieberman wiederholte eine Botschaft, die er am Freitag dem neuen US-Verteidigungsminister James Mattis überbracht hatte. Die drei größten Bedrohungen des Nahen Ostens seien „der Iran, der Iran und der Iran“, zitiert ihn die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Lieberman: Arabische Welt versteht, dass Iran größte Bedrohung ist

Am Sonntag sprach Lieberman über Israels derzeitige Position im Nahen Osten: „Zum ersten Mal seit 1948 versteht die gemäßigte arabische Welt, die sunnitische Welt, dass ihre größte Bedrohung nicht Israel, nicht Zionisten und nicht Juden sind, sondern der Iran und die iranischen Bevollmächtigten“, wird er auf der Internetseite der Sicherheitskonferenz zitiert. Der Iran kämpfe Kriege im Jemen und in Syrien, um die Region zu destabilisieren, sagte der israelische Verteidigungsminister in seiner kurzen englischsprachigen Rede.

Während sich die Haltungen von Lieberman und seinem Premierminister Benjamin Netanjahu beim Thema Iran gleichen, betonte der Verteidigungsminister, beim israelisch-palästinensischen Konflikt seine eigene Sichtweise zu benennen: „Meine Vision ist, dass wir letztlich eine Zwei-Staaten-Lösung brauchen.“

Saudi-Arabiens Außenminister Al-Dschubeir

Saudi-Arabiens Außenminister Al-Dschubeir

Saudi-Arabien: Mein Land steht für Friedensabkommen bereit

Nach Lieberman sprach der saudische Außenminister Adel al-Dschubeir bei der Konferenz und zeigte sich optimistisch, dass die Araber und Israel in diesem Jahr ein Friedensabkommen erreichen können. „Ich glaube, dass Fortschritte erlangt werden können im arabisch-israelischen Konflikt, wenn da ein Wille dafür ist. [...] Mein Land steht mit anderen arabischen Staaten bereit, um auszuarbeiten, wie wir das befördern können.“ Die neue US-Regierung habe ihn optimistisch gestimmt, dass diese und andere regionale Herausforderungen gelöst werden könnten.

Sein Land teile gewisse Ziele mit Donald Trumps Regierung. Beide verfolgten, den Iran in seinen Grenzen zu halten sowie die Zerstörung des „Islamisches Staates“. „Der Iran bleibt der einzige Großsponsor des Terrorismus in der Welt.“ Das Land sei „das einzige im Nahen Osten, das noch nicht vom ,Islamischen Staat‘ und Al-Kaida angegriffen worden ist“. Bis der Iran sein Verhalten nicht ändere, sei es schwierig, mit ihm umzugehen. Al-Dschubeirs Land habe „35 Jahre lang dem Iran Freundschaft und Unterstützung angeboten, und haben nichts außer Tod und Zerstörung erhalten“.

Ursprünglich war das Panel „Alte Krisen, neuer Naher Osten“ mit Lieberman sowie dem saudischen Außenminister Al-Dschubeir, dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu und dem iranischen Außenminister Muhammad Sarif geplant. Das wurde jedoch in letzter Minute abgesagt. Stattdessen gab es eine Serie von separaten Reden. Ursprünglich sollte Irans Sarif nach Lieberman sprechen. Letztendlich hielt er seine Rede eine Stunde vor dem Israeli.

Lieberman hatte am Freitag erklärt, dass er sich über die ursprünglich geplante Gesprächsrunde freue. Er hoffte, dass Sarif im Raum bleibe, um zu hören, „was ich genau über das Ajatollah-Regime in Teheran denke“. Kurze Zeit nach dem Interview wurde die Tagesordnung für den Sonntagmorgen geändert.

Von: mab

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