Palästinensische Flagge: Die ehemaligen Militärs plädieren für die Zwei-Staaten-Lösung
Palästinensische Flagge: Die ehemaligen Militärs plädieren für die Zwei-Staaten-Lösung

Ehemalige Militärs starten große Medienkampagne

Eine Gruppe ehemaliger Militärvertreter hat am Wochenende mit einer Kampagne für eine Abtrennung von den Palästinensern Aufmerksamkeit erweckt. Sie schalteten in Zeitungen ganzseitige Anzeigen und stellten landesweit Plakate auf. Bildungsminister Bennett erteilt ihnen bereits eine Absage.

JERUSALEM (inn) – Ehemalige hochrangige israelische Militär- und Sicherheitsvertreter haben mit einer Medienkampagne zu einer Abtrennung von den Palästinensern aufgerufen. Sie wendeten sich am Sonntag an Bildungsminister Naftali Bennett, der für eine Annexion von Teilen des Westjordanlands eintritt. Das meldet die Onlinezeitung „Times of Israel“. Sie sagen Ja zu Abtrennung, und Nein zu einer Annexion. Mit dem Annexionsvorstoß würde sich Israel auf einen Kurs begeben, bei dem es seinen jüdischen und demokratischen Charakter verliere. Die ehemaligen Militärs sprechen sich für eine Zweistaaten-Lösung aus.

Die Gruppe erweckte am Sonntag mit ganzseitigen Anzeigen in zwei großen israelischen Zeitungen und Plakaten im ganzen Land Aufmerksamkeit. Darauf sind auf einem Bild zahlreiche demonstrierende Palästinenser zu sehen, dazu steht auf Arabisch „Bald werden wir die Mehrheit sein“ und auf Englisch „Palästina: Ein Staat für zwei Völker“. Die zwei Sätze beziehen sich auf die im Westjordanland wachsende palästinensische Bevölkerung.

„Wenn wir uns nicht von den Palästinensern abtrennen, wird Israel weniger jüdisch und weniger sicher sein.“

Zu der Kampagne gehören auch Videoaufnahmen einiger Gruppenmitglieder, die folgendes aussagen: „Die 2,5 Millionen Palästinenser im Westjordanland wollen die Mehrheit sein - und das ist es, was wir annektieren wollen? Wenn wir uns nicht von den Palästinensern abtrennen, wird Israel weniger jüdisch und weniger sicher sein. Wir müssen uns jetzt von den Palästinensern abtrennen." So zitiert die Tageszeitung „Jerusalem Post“ aus der Kampagne.

Bennett: „Verschwenden Sie nicht ihr Geld für Palästina“

Der Vorsitzende der Partei „Jüdisches Haus“, Bennett, hat zu einer Annexion einiger Teile des Westjordanlandes aufgerufen – besonders der Zone C, wo Israel die Kontrolle inne hat. Er plant ein Gesetz zur Ausweitung der Souveränität auf die Siedlung Ma'ale Adumim bei Jerusalem.

Als Reaktion auf die Kampagne schrieb der Politiker auf Facebook: „Verschwenden Sie nicht ihr Geld für Palästina, [die Gründung eines palästinensischen Staates] wird es nicht geben.“ Und weiter: „Eine Gruppe ehemaliger Sicherheitsleute von der politisch linken Seite hat Werbungen im Wert von Millionen von Schekeln gekauft, um die israelische Öffentlichkeit zu überzeugen, Palästina hier zu erschaffen.“

Die Offiziere waren Mitglieder einer Gruppe, die als „Kommandeure für Israels Sicherheit“ bekannt ist. Diese setzt sich aus mehr als 200 ehemaligen hochrangigen Militär-, Geheimdienst- und Polizeivertretern zusammen. Sie wollen die Zwei-Staaten-Lösung voranbringen. Diese sehen sie nun in Gefahr. „Bennett und seine Freunde führen uns zur Annexion [des Westjordanlandes]“, sagte der ehemalige Polizeichef Asaf Hefetz am Sonntag vor Journalisten in Tel Aviv.

Der Generalmajor in Reserve, Amnon Reschef, sagte bei derselben Konferenz: „Wir sollten nicht das Westjordanland annektieren und dessen 2,5 Millionen Palästinensern. Wir müssen Israel als eine Demokratie bewahren und als einen Staat des jüdischen Volkes.“

Von: mab

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