Und zur Illustration eine Karte: UN-Botschafter Danon zeigt Hisbollah-Stellungen im Südlibanon
Und zur Illustration eine Karte: UN-Botschafter Danon zeigt Hisbollah-Stellungen im Südlibanon

Danon: Hisbollah ist bedrohlicher geworden

Zehn Jahre nach dem Zweiten Libanonkrieg gibt es aus israelischer Sicht keinen Grund zur Entwarnung. Angesichts von 120.000 auf Israel gerichteteten Hisbollah-Raketen muss die Weltgemeinschaft handeln, fordert UN-Botschafter Danny Danon. Armeechef Gabi Eisenkot sieht Israel auf einen möglichen Konflikt gut vorbereitet.

NEW YORK / JERUSALEM (inn) – Seit Ende des Zweiten Libanonkrieges vor zehn Jahren hat die Hisbollah ihre Waffenstärke ausgebaut. Im Jahr 2006 hatte die Terrormiliz 7.000 Raketen, heute sind es 120.000 Stück. Das hat der israelische UN-Botschafter Danny Danon am Dienstag vor dem Weltsicherheitsrat erklärt. Die Hisbollah verfüge damit über mehr Raketen als die europäischen NATO-Staaten zusammen. Auch die Präsenz von UN-Truppen im Südlibanon habe dies nicht verhindert.

Danon illustrierte seine Botschaft mit einer Karte des Dorfes Dschakra, das etwa zehn Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt liegt. Dort befänden sich unter anderem 20 Waffenlager, 10 Raketen-Abschussrampen und 5 Terrortunnel, teils in der Nähe von Schulen. „Dschakra ist zu einer Terror-Hochburg geworden“, sagte Danon laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Zudem verübe die Hisbollah ein doppeltes Kriegsverbrechen: Die Gruppe greife nicht nur israelische Zivilisten an, sondern missbrauche zudem libanesische Zivilisten als Schutzschilde.

Der Sicherheitsrat thematisierte in seiner Sitzung eigens die Lage in dem Gebiet, wie sie sich zehn Jahre nach Verabschiedung der Resolution 1701 darstellt. Diese fordert unter anderem, dass es außer der Armee keine bewaffneten Gruppen im Süden des Landes geben darf. Angesichts der Aufrüstung habe sich die Lage verschlechtert, sagte Danon den Mitgliedern des Gremiums. Er forderte den Sicherheitsrat auf, die Resolution 1701 aus dem Jahr 2006 umzusetzen. „Es ist die Verantwortung des Sicherheitsrates, die Hisbollah aus dem Südlibanon herauszubekommen.“

Unterdessen hob Armeechef Gabi Eisenkot die jahrelange Waffenruhe an der libanesischen Grenze als Erfolg des Krieges hervor. In einem Brief an Soldaten schrieb er, die Hisbollah habe dadurch einen „großen Schlag“ hinnehmen müssen, während Israel seine Abschreckung wieder aufgerichtet habe. Dies alles habe zu einer „nachhaltigen und stabilen Ruhe“ entlang der libanesischen Grenze geführt.

Eisenkot räumte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ auch operative Fehler ein, betonte aber zugleich, dass die Armee aus dem Konflikt gelernt habe. „Die Armee des Jahres 2016 ist vorbereitet, ausgebildet und ausgerüstet (...) All diese Dinge werden es der Armee ermöglichen, einen zukünftigen Konflikt zu gewinnen – wenn es so angeordnet wird.“ (df)

Von: df

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