Auf dieser Gedenktafel im Golan ist auch der vor 50 Jahren hingerichtete Spion Cohen zu sehen.
Auf dieser Gedenktafel im Golan ist auch der vor 50 Jahren hingerichtete Spion Cohen zu sehen.

Hingerichteter Agent Cohen als „außergewöhnlicher Held“ gewürdigt

JERUSALEM (inn) – Israelische Spitzenpolitiker haben den Beitrag des Mossad-Agenten Eli Cohen zum Schutze des jüdischen Staates gewürdigt. Der Spion wurde vor 50 Jahren in Syrien hingerichtet. Vor seiner Enttarnung hatte er wertvolle Informationen gesammelt, die Israel auf den Sechstagekrieg vorbereiteten.

Eli Cohen gilt in Israel auch 50 Jahre nach seiner öffentlichen Hinrichtung als Held. Sein Wirken gehört zur Ausbildung beim israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad. Am Montag haben Premierminister Benjamin Netanjahu und Staatspräsident Reuven Rivlin den ehemaligen Agenten gewürdigt. Bei der Gedenkveranstaltung in der Residenz des Präsidenten waren auch der Mossad-Chef Tamir Pardo, die Witwe Nadia Cohen sowie die drei Kinder und die drei Brüder des Spions zugegen.

Netanjahu sagte in seiner Ansprache, Eli Cohen sei bereit gewesen, „sich zu opfern, damit wir leben“. Der Beitrag dieses Helden zu Israels Sicherheit sei „einzigartig und fortdauernd“. „An jenem Tag, bitter wie Wermut, am 18. Mai 1965, kamen vier Monate des Leidens und der furchtbaren Qualen zum Ende, indem Eli Cohen im Herzen von Damaskus zum Schafott hinaufstieg.“

Der Regierungschef ergänzte laut einer Mitteilung seines Büros: „Er diente uns als Augen und Ohren in den Jahren, in denen das Ba‘ath-Regime seine Politik gegenüber Israel radikalisierte. Die Syrer rüsteten mit sowjetischen Waffen auf und errichteten Stützpunkte, Bunker, in den Golan-Höhen. Sie hielten Manöver ab, sie wurden aktiv, um die Jordanquellen umzuleiten, um der israelischen Wasserwirtschaft zu schaden, und sie ermutigten die palästinensische Terroraktivität.“

Zwei Jahre nach Cohens Tod sei der Sechstagekrieg ausgebrochen. Darin habe sich der Wert der Informationen erwiesen, die er erworben hatte. In diesem Zusammenhang zitierte Netanjahu den damaligen Premierminister Levi Eschkol: „Eli Cohens Taten haben dem Staat Israel viele Brigaden von Soldaten erspart.“

Netanjahu wies darauf hin, wie wichtig es für Israel sei, die Golanhöhen zu kontrollieren. Er forderte die Teilnehmer der Zeremonie auf, sich vorzustellen, die syrische Armee oder Rebellentruppen oder islamistische Organisationen oder die Hisbollah operierten dort unter dem Kommando iranischer Generäle. Dass dies verhindert wurde, habe der jüdische Staat auch Cohens Einsatz zu verdanken. „Wir werden Eli nie vergessen und weiter jede Anstrengung unternehmen, um ihn zum Begräbnis nach Israel zu holen. Möge sein Angedenken gesegnet sein.“

Staatspräsident Rivlin sagte einem Bericht der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ zufolge: „Eli Cohen war ein außerordentlicher Held Israels. Er hätte es verdient, dass das gesamte Land ihn gut kennt und sein Erbe erhält. Wir, die Bürger Israels, werden für immer an Eli Cohen als einen wahren Helden erinnern, der sein Leben in der Verteidigung unserer Sicherheit und für die Freiheit unseres Landes geopfert hat.“ Die Gedenkzeremonie erweise dem Erbe „unseres Mannes in Damaskus“ die Ehre. Die Sicherheit des Staates Israel sei tief in dessen Wesen verwurzelt gewesen.

Informationen über PLO und Aufrüstung

Eli Cohen trat 1960 in den Armeegeheimdienst ein. Drei Jahre später schloss er sich der Einheit für Sonderoperationen an. Es gelang ihm, in die höchsten syrischen Kreise einzudringen. Dadurch erhielt er wertvolle und lebenswichtige Informationen. Diese erhöhten Israels Alarmbereitschaft vor dem Sechstagekrieg. Ferner gab er Hinweise über Pläne gegen die nationale Wasserleitung, die Gründung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und die Aufrüstung der syrischen Armee weiter.

Nachdem der Agent in Syrien gefasst worden war, bemühte sich Israel um seine Rettung. Doch die syrische Führung lehnte alle Vorschläge für seine Freilassung ab. Am 18. Mai 1965 wurde der 40-jährige Israeli in Damaskus öffentlich erhängt. Weltweite Gnadengesuche vom Papst und von Regierungen waren erfolglos geblieben. (eh)

Von: eh

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