Eine israelische Patriot-Flugabwehrrakte hat am Dienstagmorgen einen syrischen Kampfjet abgeschossen. (Symbolbild)
Eine israelische Patriot-Flugabwehrrakte hat am Dienstagmorgen einen syrischen Kampfjet abgeschossen. (Symbolbild)

Israel schießt syrischen Kampfflieger ab

JERUSALEM / DAMASKUS (inn) – Die israelische Luftwaffe hat am Dienstagmorgen ein Kampfflugzeug der syrischen Armee abgeschossen. Der Flieger sei in israelischen Luftraum eingedrungen, teilte das Militär mit.

Die syrische Grenze hatte sich in den vergangenen Monaten als instabil erwiesen. Immer wieder landeten infolge des syrischen Bürgerkrieges Geschosse als Blindgänger auf israelischem Boden. Der Abschuss eines syrischen Kampfjets, der nach Angaben der Armee den israelischen Luftraum verletzt hat, ist der vorläufige Höhepunkt der Grenzvorfälle. Und ein historischer dazu: Zuletzt hatten die Israelis im Jahr 1985 einen syrischen Jet abgeschossen, der in israelischen Luftraum eingedrungen war.

Um kurz vor neun Ortszeit entdeckten die Luftstreitkräfte eine Suchoi-24, die sich auf israelischen Luftraum zubewegte. Jets dieser Art hatten die Syrer einst von den Sowjets erworben. Als die Maschine 800 Meter weit nach Israel eingedrungen war, fiel die Entscheidung, den Jet abzuschießen. In den 80 Sekunden, in denen die Patriot-Flugabwehrrakete unterwegs war, machte das Flugzeug kehrt und flog wieder in Richtung Syrien. Die Rakete traf das Flugzeug, beide Insassen retteten sich mit Fallschirmen und landeten auf syrischem Territorium. Auch die Trümmer des Flugzeuges landeten in Syrien.

Israel: Verletzung der Souveränität

„Dieser Jet hätte binnen kürzester Zeit die Mitte des Landes erreichen können“, sagte ein Armeevertreter laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Die Armee nimmt an, dass der Jet keine Ziele in Israel im Visier hatte, sondern syrische Rebellen angreifen sollte. „Wir haben kein Interesse darin, die Rebellen zu unterstützen“, sagte der Armeevertreter weiter. „Das ist eine Grenze. Jedes Flugzeug wird abgeschossen.“ Zwischen Syrien und Israel herrscht formal Krieg, seit 1974 gilt ein vereinbarter Waffenstillstand.

Israels Verteidigungsminister Mosche Ja‘alon erklärte am Dienstag, Israel werde auf jeden weiteren Vorfall aggressiv reagieren. „Wir werden nicht zulassen, dass jemand unsere Sicherheit bedroht und unsere Souveränität verletzt, sei es ein Staat oder eine Terrorgruppe“, gab Ja‘alon am Dienstag in einer Stellungnahme bekannt.

Für Syrien ist der Abschuss ein „Akt der Aggression“. Das sagte ein Militärvertreter im syrischen Fernsehen, wie die Tageszeitung „Ha‘aretz“ berichtet. Der Vorfall beweise, dass Israel die Terrormiliz „Islamischer Staat“ unterstützt.

Von: df

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