Hisbollah-Kommandeur getötet - Miliz beschuldigt Israel

DAMASKUS (inn) - Der stellvertretende Generalsekretär der Hisbollah-Miliz ist am Dienstagabend bei einer Explosion in Damaskus getötet worden. Die Terrorgruppe macht Israel für den Tod ihres Kommandeurs Imad Mughnija verantwortlich.

"Voller Stolz erklären wir, dass sich ein großer Dschihad-Führer des islamischen Widerstands im Libanon den Märtyrern angeschlossen hat", teilte die Hisbollah in ihrem Fernsehsender mit. Mughnija "wurde zum Märtyrer durch die Hand der zionistischen Israelis".

 

Kein Kommentar von israelischer Regierung

 

Der Sprecher im Büro des israelischen Premiers, Mark Regev, wollte die Vorwürfe nicht kommentieren: "Wir haben zu der Angelegenheit keine Erklärung veröffentlicht", sagte er laut der Tageszeitung "Ha´aretz".

 

Die Explosion ereignete sich gegen 22.45 Uhr Ortszeit in der syrischen Hauptstadt. Die Ursache ist noch unklar. Mughnijas Fahrzeug wurde zerstört, drei weitere Wagen und Fenster anliegender Gebäude beschädigt. Augenzeugen sowie palästinensische Kreise in Syrien und dem Libanon vermuteten, dass eine Bombe in dem Fahrzeug deponiert worden sei.

 

FBI: 25 Millionen Dollar Kopfgeld

 

Mughnija befand sich mit seinem Stellvertreter Talal Hamija und dem Hisbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah an der Spitze der israelischen Liste mit gesuchten Terroristen. Das FBI in den USA hatte auf seinen Kopf eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgesetzt.

 

Dem Hisbollah-Kommandeur wurden Bombenanschläge auf die israelische Botschaft und das jüdische Gemeindezentrum in Buenos Aires von 1992 und 1994 zur Last gelegt. Des Weiteren wurde er für die Entführung von Bewohnern westlicher Staaten im Libanon in den 1980er Jahren verantwortlich gemacht. Weitere Vorwürfe waren die Beteiligung an der Entführung eines TWA-Flugzeugs 1985 und der Mord an einem Soldaten der US-Marine.

 

Mughnija lebte versteckt und wechselte ständig seinen Aufenthaltsort. Unter anderem verbrachte er Zeit im Libanon, dem Iran und Syrien. Laut ausländischen Berichten versuchte der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad in den 90er Jahren, ihn in der libanesischen Hauptstadt Beirut zu töten. Sein Bruder, der dort eine Autoreparaturwerkstatt besaß, kam dabei ums Leben.

Von: E. Hausen

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