Der türkische Präsident Erdoğan droht den Kurden wegen des Unabhängigkeitsreferendums mit wirtschaftlichen Sanktionen und Militärintervention

Der türkische Präsident Erdoğan droht den Kurden wegen des Unabhängigkeitsreferendums mit wirtschaftlichen Sanktionen und Militärintervention

Erdoğan spottet über Israels Unterstützung für Kurden

Der türkische Präsident Erdoğan droht nach dem kurdischen Unabhängigkeitsreferendum im Nordirak mit militärischer Intervention. Israels Unterstützung für die Kurden belächelt er. Auch der Iran äußert sich.

ANKARA/TEHERAN (inn) –„Nicht einmal das Schwenken israelischer Flaggen wird euch bei eurer Unabhängigkeit helfen.“ Das sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Dienstag zur kurdischen Regionalregierung im Bezug auf deren Unabhängigkeitsreferendum im Nordirak. Wie die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet, kündigte Erdoğan für den Fall von weiteren Bemühungen um Unabhängigkeit die Möglichkeit von militärischen Interventionen und wirtschaftlichen Sanktionen an.

Am kurdischen Unabhängigkeitreferendum nahmen im Nordirak 72 Prozent der Wahlberechtigten teil. Laut dem kurdischen Fernsehsender „Rudaw“ stimmten 90 Prozent für die Unabhängigkeit.

Der türkische Präsident verspottete die Kurden: „Wer wird eure Unabhängigkeit anerkennen? Israel. Aber Israel ist nicht die Welt.“ Israel ist bislang das einzige Land, das die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden offiziell unterstützt. „Wenn eure einzige Unterstützung aus Israel kommt und die kurdische Arbeiterpartei (PKK) bereits feiert, bevor die Wahllokale geschlossen sind, gibt es keine Schuldlosigkeit oder Legitimität“, sagte Erdoğan, der das Referendum einen „Betrug an der Türkei“ nannte.

Er hoffe, dass die kurdische Führung zur Vernunft komme und die Türkei nicht zu Sanktionen zwinge. Ohne die Hilfe der Türkei beim Ölexport werde die kurdische Region nicht überleben können. „Wenn wir den Hahn zudrehen, ist Schluss“, befand der türkische Präsident, der auf eine Ölpipeline anspielte, die durch die Türkei läuft.

Iran: „Zionistischer Plan“

Auch der Iran äußerte sich zum Referendum der Kurden. Ali Akbar Velakati, der Berater des obersten Religions- und Revolutionsführers, Ajatollah Ali Chamenei, bezeichnete es als „zionistischen Plan“. „Die muslimischen Länder werden nicht die Gründung eines zweiten Israel zulassen“, sagte Velakati. Ähnlich hatte sich bereits am 17. September der irakische Vizepräsident Nuri al-Maliki geäußert.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hatte sich am 12. September für einen eigenen kurdischen Staat ausgesprochen: „Israel lehnt die PKK ab und betrachtet sie als Terror-Organisation, welche auch die Terror-Organisation Hamas unterstützt. Während Israel Terror in jedweder Form verurteilt, unterstützt es aber die legitimen Versuche der Kurden, einen eigenen Staat zu gründen.“

Von: mm

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