Wiederholte seinen Vorwurf, die Juden hätten den Holocaust mitverschuldet: Mahmud Abbas (Archivbild)

Wiederholte seinen Vorwurf, die Juden hätten den Holocaust mitverschuldet: Mahmud Abbas (Archivbild)

Abbas gibt Juden Schuld am Holocaust

Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Abbas, steht wegen Relativierung des Holocaust in der Kritik. Nicht Antisemitismus, sondern das „soziale Verhalten“ der Juden sei Grund für den Holocaust gewesen, sagte er in einer Rede in Ramallah.

RAMALLAH (inn) – Nicht der Antisemitismus und nicht die Religion sei der Grund für die Vernichtung der Juden in Europa gewesen, sondern das soziale Verhalten und die Finanzgeschäfte der Juden. Dies sagte der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, am Montagabend vor dem Palästinensischen Nationalrat (PNC) in Ramallah, wie die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA am Dienstag berichtete.

Aufgrund der Bank- und Finanzgeschäfte der Juden sei es zur Judenverfolgung in Europa gekommen, äußerte Abbas in seiner Rede. Die zionistische Bewegung habe mit Adolf Hitler zusammengearbeitet. Sie hätten einen Deal abgeschlossen, demzufolge die Juden bei der Einwanderung nach Palästina ihr Vermögen mitnehmen konnten. Der PNC ist das oberste legislative Organ der Palästinensischen Befreiungsorganisation und tagte zum 23. Mal insgesamt sowie zum ersten Mal seit 1998.

Abbas sagte weiterhin, dass es keinen Frieden ohne die „die ewige Hauptstadt des Staates Palästina Jerusalem“ geben könne und die Juden keine historischen Wurzeln im Heiligen Land hätten.

Scharfe internationale Kritik an Abbas

Die Reaktionen aus Israel waren deutlich. Premierminister Benjamin Netanjahu sagte am Mittwoch: „Abbas hat eine weitere antisemitische Rede gehalten. Offensichtlich ist der Leugner des Holocaust weiterhin ein Holocaustleugner.“

In den Achtzigerjahren hatte Abbas in Russland seine Doktorarbeit in Russland zum Thema „Die Verbindung zwischen den Nazis und den Führern der Zionistischen Bewegung zwischen 1933 und 1945“ geschrieben. Darin hatte er den Holocaust relativiert und der zionistischen Bewegung vorgeworfen, sie habe mit dem Hitler-Regime kollaboriert. Über genaue Opferzahlen wolle er nicht diskutieren, doch bezeichnete Abbas 2003 gegenüber der Tageszeitung „Haaretz“ die Judenvernichtung während des Holocaust als ein „furchtbares und unentschuldbares Verbrechen gegen die jüdische Nation und die Menschheit“, das „von der Menschheit keinesfalls zu akzeptieren“ sei.

Netanjahu rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, den schlimmen Antisemitismus von Abbas zu verurteilen. Auch Knessetsprecher Juli Edelstein verurteilte die Rede und bezeichnete den 83-jährigen Leiter der PA als Antisemiten: „Abbas ist ein kleiner und irrelevanter Mann, der in seinen letzten Tagen als Kopf der PA mitteilt, was er über den Staat Israel und die Juden tatsächlich denkt“, zitiert die israelische Nachrichtenseite „Arutz Scheva“ den israelischen Politiker.

Der US-Botschafter in Israel David Friedman verurteilte die Aussagen von Abbas scharf und teilte in einem Tweet mit: „All die, die glauben, dass Israel der Grund ist, warum wir keinen Frieden haben, fordere ich auf, noch einmal nachzudenken.“ Der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) wandte sich infolge der Rede auf Twitter gegen „jegliche Relativierung des Holocaust“. Die Europäische Union kritisierte die Äußerungen als „inakzeptabel“.

Von: mh

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