Nicht ohne Risiko: Das Corona-Kabinett hat sich gegen die Verschiebung Schulstarts ausgesprochen

Nicht ohne Risiko: Das Corona-Kabinett hat sich gegen die Verschiebung Schulstarts ausgesprochen

Schuljahr soll regulär beginnen

Obwohl das Infektionsgeschehen zunimmt, wird der Start des Schuljahres nicht verschoben. Das Gesundheitsministerium hofft auf die Wirkung der Drittimpfung.

JERUSALEM (inn) – Das Corona-Kabinett hat in der Nacht zum Montag entschieden, das Schuljahr regulär zum 1. September beginnen zu lassen. Angesichts steigender Infektionszahlen stand die Möglichkeit im Raum, den Schulstart um einen Monat zu verschieben.

Das Gremium entschied zudem, dass Lehrer und Schulangestellte den Bestimmungen des Grünen Passes entsprechen müssen – für sie ist also eine Impfung oder ein Negativtest erforderlich. Zudem sollen sich Kinder ab zwölf Jahren in der Schule impfen lassen können – sofern das Einverständnis der Eltern vorliegt.

Fraglich ist derzeit noch, ob die Bestimmungen bis September umsetzbar sind. Laut der Zeitung „Yediot Aharonot“ bezweifelte Bildungsministerin Jifat Schascha-Biton (Neue Hoffnung) in der am Sonntagabend einberufenen Sitzung, dass es genug Ersatzpersonal für mögliche Lehrerausfälle gibt. Innenministerin Ajelet Schaked (Jamina) enthielt sich bei dem Votum der Stimme. Ihrer Meinung nach kommt der Schulstart zu früh, derzeit seien noch zu wenige Menschen geimpft.

In Israel hat das Infektionsgeschehen zuletzt zugenommen. Die Rate positiver Testergebnisse liegt seit Anfang August über drei Prozent, aktuell sind es 6,3 Prozent. Die Zahl schwerer Fälle hat sich im gleichen Zeitraum mehr als verdreifacht und liegt nun bei 670. Ingesamt gelten derzeit 67.800 Menschen als infiziert. Auch die Zahl täglicher Todesfälle nahm im August zu, insgesamt sind es nun 6.830.

Gesundheitsministerium: Drittimpfung schützt

Trotz dieser Zahlen sieht das Gesundheitsministerium die Drittimpfung als Garant dafür, dass sich das Infektionsgeschehen eindämmen lässt. Demnach sind nur 0,02 Prozent derjenigen, die seit mindestens sieben Tagen eine Drittimpfung haben, an COVID-19 erkrankt.

Israel begann am 1. August mit den Drittimpfungen, zunächst für Über-60-Jährige. Inzwischen ist die dritte Dosis auch für Über-40-Jährige verfügbar sowie für besondere Personengruppen wie Schwangere oder Lehrer. Bislang sind rund 1,5 Millionen Israelis drittgeimpft, rund 5,4 Millionen haben zwei Impfungen.

Von: df