Händeschütteln ist offenbar wieder salonfähig: Bennett (r.) und der ägyptische Geheimdienstchef Kamel

Händeschütteln ist offenbar wieder salonfähig: Bennett (r.) und der ägyptische Geheimdienstchef Kamel

Al-Sisi lädt Bennett nach Ägypten ein

Ägypten ist ein wichtiger Vermittler zwischen Israel und Terrorgruppen im Gazastreifen. Der Geheimdienstchef des Nilstaates sucht nun zur Koordinierung Jerusalem auf. Dabei übermittelt er auch eine Einladung seines Präsidenten.

JERUSALEM (inn) – Der israelische Premier Naftali Bennett (Jamina) hat am Mittwoch den ägyptischen Geheimdienstchef Abbas Kamel empfangen. Die beiden besprachen in Jerusalem unter anderem die Lage im Gazastreifen. Kamel übermittelte Bennett auch eine Einladung des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi. Das Treffen ist „in den kommenden Wochen“ angedacht.

Nach einem Bericht der Onlinezeitung „Times of Israel“ wäre dies der erste Besuch eines israelischen Regierungschefs seit Januar 2011. Damals empfing Hosni Mubarak Benjamin Netanjahu (Likud) in Scharm el-Scheich. Im Mai 2018 soll Netanjahu inoffiziell zu einem Treffen mit Al-Sisi gereist sein.

Kamel reiste auch nach Ramallah, wo ihn der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas (Fatah), empfing. Kamel übermittelte Abbas laut einem Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA Grüße des ägyptischen Präsidenten. Abbas lobte seinerseits die Unterstützung Kairos für die Palästinenser in ihrem „gerechten Anliegen“.

Volatile Lage

Nach der jüngsten Eskalation zwischen Israel und Terrorgruppen im Gazastreifen im Mai gibt es noch immer keinen ausgehandelten Waffenstillstand. Am Montagnachmittag feuerten Terroristen Raketen auf Israel ab. Es handelte sich um den ersten Beschuss seit Mai. Ein Geschoss schlug noch im Gazastreifen ein, das andere wurde abgefangen.

Die Armee reagiert nicht wie üblich umgehend mit Beschuss von Terror-Zielen. Bennett erklärte am Folgetag bei einem Besuch des Südkommandos, Israel werde sich Zeit und Ort einer Reaktion selbst wählen. Die Armee sei indes gut vorbereitet auf eine mögliche weitere Eskalation.

Laut einem Bericht der „Jerusalem Post“ hatte Ägypten den neuerlichen Raketenbeschuss gerügt. Nach Einschätzung von Beobachtern wollten die Terroristen Israel damit dazu drängen, weitere Hilfen in den Gazastreifen zu lassen, vor allem Geld aus Katar. Israel will jedoch erst einen Mechanismus etablieren, mit dem sich die Verwendung der Gelder nachverfolgen lässt, so dass es nicht für Terrorzwecke missbraucht wird.

Von: df