Premierminister Bennett appelliert wegen der Impfung an die Jugend

Premierminister Bennett appelliert wegen der Impfung an die Jugend

Bennett will Jugendliche von Impfung überzeugen

Angesichts steigender Infektionszahlen verabschiedet das israelische Kabinett neue Regelungen. Für Unmut sorgt eine kurzfristige Änderung, die sich auf Synagogen bezieht. Premier Bennett wirbt mit Hilfe von Facebook für die Impfung.

JERUSALEM (inn) – Wer in Israel an einer Versammlung teilnimmt, muss ab Sonntag geimpft, genesen oder getestet sein. Das entschied das Kabinett in der Nacht zu Freitag angesichts steigender Infektionszahlen. Die Personenzahl spielt dabei keine Rolle. Die Regel gilt auch für Hotels, Restaurants und Sportstätten.

Ausgenommen sind hingegen Versammlungen in Synagogen und anderen Gebetshäusern. Hier tritt die Maßnahme erst ab 50 Teilnehmern in Kraft. Beim ursprünglichen Entwurf waren die religiösen Versammlungen noch im Plan inbegriffen. Wegen der Änderung stimmten Außenminister Jair Lapid (Jesch Atid) und Finanzminister Avigdor Lieberman (Israel Beiteinu) gegen den Maßnahmenkatalog. Beide waren vorher kritisiert worden, weil sie den Sitzungen des Corona-Kabinetts fernblieben.

Der Kompromiss kam von Gesundheitsminister Nitzan Horowitz (Meretz) und dem stellvertretenden Generalstaatsanwalt Ras Nisri. Anlass für die Änderung war Besorgnis wegen einer möglichen Einschränkung der Religionsfreiheit. Vier Minister lehnten die Regelungen ab, weil sie nicht vorher über den Kompromiss informiert waren. Dies berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Das Gesundheitsministerium teilte mit, am Donnerstag seien 3.843 Neuinfektionen registriert worden. Damit lag die Zahl der neuen Fälle zum dritten Mal in Folge über 3.000. Die Quote der positiven Tests beträgt seit dem 25. Juli mehr als 2 Prozent und lag am Donnerstag bei 3,79 Prozent. Derzeit sind den Behörden 27.525 aktive Fälle bekannt. In den israelischen Krankenhäusern werden 259 schwer kranke COVID-Patienten behandelt, 52 werden beatmet.

Bennett wirbt für Impfung

Indes warb Premierminister Naftali Bennett (Jamina) in Zusammenarbeit mit Facebook für die Impfung gegen gegen COVID-19. Im israelischen Hauptquartier des Sozialen Netzwerkes traf er am Donnerstag Influencer. Äußerer Rahmen war der Klatsch-Blog „Israel Bidur“, dabei steht „Bidur“ für „Unterhaltung“.

Bennett sagte den Meinungsmachern laut der Zeitung „Jerusalem Post“: „Ich habe zwei Bitten an Sie. Erstens, überzeugen Sie so viele Teenager, wie Sie können, von der Impfung. Zweitens, erinnern Sie jeden daran, eine Maske zu tragen, weil das Infektionen verhindert.“ Der Regierungschef ergänzte: „Ihr heutiges Handeln könnte Leben retten. Jeder von Ihnen könnte 30 bis 40 Menschen retten.“

„Als würden Sie Delta-Varianten auf Menschen abfeuern“

Bei einer Facebook-Diskussionveranstaltung appellierte er an Über-60-Jährige, sich zum drittenmal impfen zu lassen. Jugendliche wiederum sollten überhaupt zur Impfung gehen. Dies sei entscheidend, um einen vierten Lockdown zu vermeiden. Bennett nahm Bezug auf die Hohen Feiertage, die am Abend des 6. September mit dem Neujahrsfest Rosch HaSchanah beginnen: „Die Zukunft der Feiertage hängt von der Anzahl der Geimpften ab. Wir haben einen Vorrat an Impfstoff gesichert, und Tausende Orte im ganzen Land, wo man geimpft werden kann.“

Eine Million berechtigte Israelis seien noch nicht geimpft, fügte Bennett hinzu. „Wenn Sie nicht geimpft werden, gefährden Sie sich selbst und die Menschen in Ihrem Umfeld. Das ist lebensbedrohlich.“ Mit Bezug auf die sehr ansteckende Delta-Variante des Virus sagte er: „Es ist, als würden Sie mit einem Maschinengewehr herumlaufen und Delta-Varianten auf Menschen abfeuern.“

Von: eh