Zum Jubiläum besuchte Abdullah II. auch den „Platz der Märtyrer“. Dieser war mit 3.082 Flaggen geschmückt – entsprechend der Zahl der Jordanier, die seit der Staatsgründung fielen.

Zum Jubiläum besuchte Abdullah II. auch den „Platz der Märtyrer“. Dieser war mit 3.082 Flaggen geschmückt – entsprechend der Zahl der Jordanier, die seit der Staatsgründung fielen.

Israelis und Palästinenser gratulieren Jordanien

Zum 100. Jahrestag der Staatsgründung erhält Jordanien Glückwünsche aus Jerusalem und Ramallah. Der palästinensische Präsident Abbas betont die jordanische Unterstützung für das Streben nach Eigenstaatlichkeit.

JERUSALEM / AMMAN (inn) – Israel hat Jordanien zur Staatsgründung vor 100 Jahren gratuliert. Die Glückwünsche übermittelte das Außenministerium am Sonntag an den jordanischen König und sein Volk. „Das haschemitische Königreich von Jordanien, unter der Führung von König Abdullah II., ist eine Schlüsselfigur in der Region und ein wichtiger und strategischer Partner von Israel“, heißt es in der Erklärung. „Es fördert die Werte Frieden, Mäßigung und Toleranz.“ Israel sei auch für die Zukunft an einer Zusammenarbeit mit dem Nachbarland interessiert.

Auch von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) kamen Glückwünsche. PA-Präsident Mahmud Abbas (Fatah) gratulierte am Sonntag zu „100 Jahren Unabhängigkeit des haschemitischen Königreiches“, wie die Nachrichtenseite WAFA berichtet. In einer Fernsehansprache sagte er: „Ein stolzes, starkes, gedeihendes und kompromissloses Jordanien bedeutet Stärke, Sicherheit und Unterstützung für Palästina.“

Abbas verwies auf die historische Beziehung zwischen den Ländern und den Völkern. Die Jordanier hätten eine „wichtige Rolle“ gespielt „bei der Unterstützung des palästinensischen Volkes, um die israelische Besatzung zu beenden, sein Recht auf Frieden, Unabhängigkeit und einen unabhängigen palästinensischen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt zu erlangen“. Zudem lobte der PA-Vorsitzende die jordanische Aufsicht über muslimische und christliche heilige Stätten in Jerusalem. Diese sei „immer mit Palästina abgesprochen“.

Großbritannien übergab Teil des Mandatsgebietes

Am 11. April 1921 hatte Abdullah I. das haschemitische Emirat Transjordanien gegründet. Dies wurde möglich, weil Großbritannien den Arabern etwa zwei Drittel des Mandatsgebietes Palästina übergab. Die formale Unabhängigkeit von Großbritannien erhielt das Land östlich des Jordans als Königreich am 25. Mai 1946. Seit 1949 trägt es den Namen Jordanien.

Abdullah I. herrschte von 1921 bis zu seiner Ermordung im Jahr 1951. Nachfolger war sein Sohn Talal I., der allerdings 1952 bereits wieder abdankte. Dessen Sohn Hussein I. blieb bis zu seinem Tod 1999 König. Ihn beerbte der jetzige Monarch Abdullah II.

Von 1949 bis 1967 besetzte Jordanien das Westjordanland und Ostjerusalem, dann eroberte Israel die Gebiete im Sechs-Tage Krieg. Die Aufsicht über den Tempelberg und andere für Muslime heilige Stätten blieb allerdings in jordanischer Hand. Seit 1994 gibt es einen Friedensvertrag zwischen Jordanien und Israel.

Von: eh