Der EU-Gesandte für das Westjordanland und den Gazastreifen, Sven Kühn von Burgsdorff, besucht das Westjordanland

Der EU-Gesandte für das Westjordanland und den Gazastreifen, Sven Kühn von Burgsdorff, besucht das Westjordanland

EU kritisiert Zerstörung von Beduinendorf

Die Europäische Union übt gemeinsam mit dem palästinensischen Premierminister Schtaje Kritik an der Zerstörung eines Beduinendorfes. Dabei berufen sie sich auf einen Bericht der siedlungskritischen Organisation B’Tselem.

JERUSALEM (inn) – Im Jordantal hat der EU-Gesandte für das Westjordanland und den Gazastreifen, Sven Kühn von Burgsdorff, die Zerstörung des Beduinendorfes Humsa al-Bukala kritisiert. Bei dem Besuch am Donnerstag sagte er: „Diese groß angelegte Abrissaktion ist ein weiteres Beispiel für einen bedauernswerten Trend von Beschlagnahme und Zerstörung.“ Von Burgsdorff berief sich bei seinen Aussagen auf die siedlungskritische Organisation B’Tselem. Nach deren Angaben wurden in dem Dorf sieben Zelte zerstört. Im dazugehörigen Chirbet Humsa sollen am Montag mehrere Behausungen konfisziert worden sein.

Von Burgsdorff sagte, dass durch die Zerstörungen mehrere Familien nun während des Winters und der Corona-Pandemie ohne Obdach seien. Er erwarte von den israelischen Behörden, „jeglichen weiteren Abriss palästinensischen Besitzes zu unterlassen“. Von Burgsdorff versprach außerdem, dass die Palästinenser weiterhin auf die„moralische Solidarität“ der EU zählen können.

Die israelische Behörde für die Koordination der Regierungsaktivitäten in den besetzten Gebieten (COGAT) teilte mit, dass die Behausungen illegal errichtet worden seien. Außerdem stünden sie auf militärischem Gelände, auf dem Schießübungen gemacht würden. Um die Bewohner zu schützen, seien ihnen daher neue Flächen angeboten worden.

Forderung nach Sanktionen

An dem Besuch nahm auch der palästinensische Premierminister Mohammed Schtaje (Fatah) teil. Das berichtet die Zeitung „Jerusalem Post“. Dieser forderte die EU auf, Sanktionen gegen Israel zu verhängen. Schtaje bezeichnete Israels Vorgehen in den Gebieten als „ethische Säuberung“. Er äußerte zudem seine Hoffnung, dass die neue US-Regierung mit dem gleichen Enthusiasmus wie die europäischen Diplomaten handeln werde.

Von: mas