Benny Gantz und Nasir Madschli machen sich für das Interview bereit

Benny Gantz und Nasir Madschli machen sich für das Interview bereit

Ägyptischer Sender interviewt Gantz

Dass der Iran Atomkraft nur zivil nutzen will, schließt Israels Verteidigungsminister Gantz aus. Im Gespräch mit einem ägyptischen Fernsehsender äußert er sich auch zur Normalisierung mit arabischen Ländern.

KAIRO / TEL AVIV (Inn) – Israel will unter allen Umständen verhindern, dass der Iran zur Atommacht wird. Das hat Verteidigungsminister Benny Gantz (Blau-Weiß) in einem Interview des Nachrichtenkanals „Al-Ghad“ mit Sitz in Kairo betont. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums war es das erste Mal, dass der ägyptische Sender einen israelischen Minister interviewte.

Das Gespräch mit Gantz führte der Journalist Nasir Madschli am Hauptsitz des Verteidigungsministeriums in Tel Aviv. Dabei sagte der ehemalige Armeechef: „Israel hat ein klares Ziel: dass der Iran keine Atommacht wird. Es ist nicht nur ein israelisches Interesse. Es ist vor allem anderen ein globales und regionales Interesse.“

Gantz fügte laut der Zeitung „Jerusalem Post“ hinzu: „Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte und Israels Verteidigungsapparat halten an der Option fest, gegen das iranische Atomprogramm aktiv zu werden, wenn das nötig ist. Ich hoffe, es kommt nicht dazu.“

Auf die Frage, ob der Iran möglicherweise eine zivile Nutzung ins Auge fasse, entgegnete der israelische Minister: „Wenn Sie eine nukleare Fähigkeit für medizinische Zwecke entwickeln wollten, müssten Sie das dann im Untergrund verstecken? Müssten Sie den Inspektoren den Zugang verwehren? Wir wissen, dass die Iraner versuchen, Atomwaffen zu entwickeln, und wir werden das nicht zulassen.“

Hisbollah und Hamas bedrohen Araber und Juden

Madschli fragte auch, ob ein regionaler Krieg zu erwarten sei. Gantz antwortete: „Leider würde jeder zukünftige Krieg in unserer Region viele Zivilisten einschließen.“ Die Hisbollah im Libanon sowie die Hamas und der Islamische Dschihad im Gazastreifen richteten ihre Raketen auf bevölkerte Gebiete in Israel – dabei bedrohten sie Araber und Juden gleichermaßen. Möglicherweise müsse Israel gegen Raketen vorgehen, die innerhalb der Zivilbevölkerung aufbewahrt werden. „Das sind bestätigte Geheimdienstinformationen, und wir sahen die Auswirkungen einer solchen rücksichtslosen Praxis am Hafen von Beirut.“

Ein weiteres Thema war die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten – und die Frage, ob auch die neue US-Regierung diese unterstützen werde. Gantz erwiderte: „Normalisierte, friedliche Beziehungen sind der beste Garant für regionale Sicherheit und Stabilität. Sie müssen sich zu Beziehungen zwischen Völkern und nicht nur zwischen Regierungen entwickeln – und ich hoffe, dass wir nach und nach mehr davon sehen werden.“ Israel habe viele Fähigkeiten. Das gilt auch für Saudi-Arabien, Marokko, Jordanien, die Golfstaaten, Ägypten und den Sudan. „Es gibt keinen Grund, weshalb wir sie nicht gemeinsam genießen sollten. Unsere Nationen haben das verdient.“

Zur Frage nach möglichen Verhandlungen mit den Palästinensern sagte der Verteidigungsminister: „Es gibt keinen Grund, warum der Wohlstand arabischer Länder und kommerzielle Beziehungen mit ihnen nicht auch mit den Palästinensern geteilt werden könnten.“

Von: eh