Israels UN-Botschafter Erdan (l.) und sein marokkanischer Kollege Hilale entzünden die achte Kerze zum Chanukka-Fest

Israels UN-Botschafter Erdan (l.) und sein marokkanischer Kollege Hilale entzünden die achte Kerze zum Chanukka-Fest

Botschafter aus Marokko und Israel feiern Lichterfest

Der Normalisierungsprozess zwischen Israel und Marokko nimmt Fahrt auf: Gemeinsam mit seinem israelischen Amtskollegen feiert der marokkanische UN-Botschafter Hilale das Chanukka-Fest und betont dabei die Bedeutung des Friedensprozesses.

NEW YORK (inn) – „Es gibt keine Alternative zum Frieden.“ Das hat der marokkanische UN-Botschafter Omar Hilale bei einer Zeremonie anlässlich des jüdischen Chanukka-Festes am Donnerstag in New York betont. Gemeinsam mit seinem israelischen Amtskollegen Gilad Erdan entzündete er die achte und letzte Kerze zum Lichterfest.

Hilale sagte weiter: „Wir sind alle Söhne Abrahams und die Söhne Abrahams werden immer am Ende des Tages zusammensitzen, um gemeinsam Frieden zu schließen und gemeinsam eine Zukunft für die nächste Generation aufzubauen." Ein tiefer Glaube an den Frieden sei der Grund, warum „ich heute hier die Chanukka-Kerzen entzünde“. Diese Lichter seien ein Symbol der Hoffnung. Das Feste bedeute, einander zu lieben, es stehe für die Ablehnung von Gewalt. Chanukka baue Brücken zwischen Menschen und Zivilisationen.

Das jüdische Fest sei für Marokko keine fremde Tradition, betonte Hilale laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. In seinem Land habe es keine Judenverfolgung gegeben, während „Europa seine Juden in Konzentrationslager geschickt hat“. Das jüdische Volk sei schon lange Teil der marokkanischen Gesellschaft und Geschichte. Auf diese Verbindung zu den Juden sei Marokko sehr stolz, sagte der Botschafter.

„Für Israelis mit marokkanischen Wurzel wird ein Traum wahr“

Israels UN-Botschafter Erdan erklärte: „Die tiefe Verbindung zwischen Marokko und dem jüdischen Volk geht auf Tausende Jahre zurück. Mit der Wiederbelebung dieser Beziehung wird für viele Israelis mit marokkanischem Erbe ein Traum wahr – sie sind stolz auf ihre Wurzeln und empfinden eine große Liebe für das Land.“ Diese Juden hätten viele Jahre als Brücke zwischen Israel und Marokko gedient.

Marokko hatte in der vorigen Woche bekanntgegeben, dass es volle diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehmen werde. Er sei sich sicher, sagte Erdan, dass diese Normalisierung der Beziehungen zu einem warmen und blühenden Frieden führen werde. Von diesem würde die gesamte Region profitieren.

An der Zeremonie nahm unter anderen auch die UN-Botschafterin aus Bhutan, Doma Tshering, teil. Das südasiatische Land hatte erst vergangene Woche diplomatische Beziehungen zu Israel aufgenommen.

Juden in Marokko

Die Geschichte der Juden in Marokko reicht mehr als 2.000 Jahre zurück. Heute beherbergt das muslimische Land mit etwa 3.000 Menschen die größte jüdische Gemeinschaft Nordafrikas. Ihre Gemeinschaft wuchs vor allem, als Juden im 15. Jahrhundert aus Spanien vertrieben wurden. Ende der 1940er Jahre lebten rund 250.000 Juden in Marokko. Die meisten von Ihnen verließen das Land, als 1948 der Staat Israel gegründet wurde. Viele flohen, weil es mit der Staatsgründung vermehrt zu feindlichen Übergriffen gegen Juden kam.

Von: dn