Viele Länder nutzen Drohnen aus israelischer Herstellung – darunter auch Aserbaidschan (Symbolbild)

Viele Länder nutzen Drohnen aus israelischer Herstellung – darunter auch Aserbaidschan (Symbolbild)

Aserbaidschan nutzt israelische Drohnen

Israel ist durch Waffenlieferungen indirekt an dem aktuell eskalierten Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan beteiligt. Die beiden Länder verbinden strategische Interessen.

JERUSALEM (inn) – In dem Kampf um die Region Bergkarabach setzt Aserbaidschan israelische Kampfdrohnen gegen Armenien ein. Das sagte ein Berater des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev, Hikmet Hajiyev, der Nachrichtenseite „Axios“. Bereits im Juli hatte Armenien davon gesprochen, Drohnen aus israelischer Herstellung abgeschossen zu haben.

Israel exportiert schon seit Jahren Waffen nach Aserbaidschan. Dem „Axios“-Bericht zufolge kamen jedoch erst in den vergangenen Tagen weitere Rüstungsgüter hinzu. Über deren genaue Art konnte Hajiyev keine Auskunft geben. Seit Sonntag kommt es zwischen Aserbaidschan und Armenien zu erneuten Kampfhandlungen.

Wechselseitige Interessen

Israel und das muslimisch-schiitsch geprägte Aserbaidschan sind strategisch miteinander verbunden. Aserbaidschan erhält 60 Prozent seiner Waffen aus Israel. Zudem ist der jüdische Staat auch in die Ausbildung von Einsatztruppen und Personenschützern involviert. Im Gegenzug erhält Israel große Teile seines Öls aus Aserbaidschan.

Die Eroberung von Teilen der Region Bergkarabach, die unter armenischer Kontrolle sind, liegt im außenpolitischen Interesse Aserbaidschans. Dieses Interesse führt auch zu der Zusammenarbeit mit Israel. Vieles läuft hier im Geheimen ab. Eine Botschaft unterhält Aserbaidschan in Israel nicht. Umgekehrt gibt es jedoch eine israelische; seit rund zwei Jahren ist der christliche Araber George Deek dort Botschafter.

Komplizierte Beziehungen

Für Israel ist Aserbaidschan ein Partner gegen den Iran, der im Süden an die frühere Sowjetrepublik angrenzt. Im Iran leben viele Aserbaidschaner, und Teheran fürchtet die Gründung eines „Groß-Aserbaidschan“. Diese Gemengelage führt zu Misstrauen zwischen den beiden Staaten. Israel, das vom Regime in Teheran bedroht wird, half Berichten zufolge bei der Einrichtung von militärischen Aufklärungsanlagen an der Grenze zum Iran. In einem weiteren Konflikt geht es um Energiequellen im Kaspischen Meer.

Die Unterstützung für Aserbaidschan bedeutet auf der anderen Seite ein Problem für die Beziehungen zu Armenien, die sich eigentlich bessern. Erst im September 2019 hatte das Land angekündigt, eine Botschaft in Israel zu eröffnen. In diesem Beziehungsgeflecht klug vorzugehen gehört zu den Herausforderungen der israelischen Außenpolitik.

Von: df

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