Seit 2004 im diplomatischen Dienst für Israel: der Beduine Ismail Chaldi

Seit 2004 im diplomatischen Dienst für Israel: der Beduine Ismail Chaldi

Erstmals wird ein israelischer Beduine Botschafter

In Israel übernimmt zum ersten Mal ein Beduine das Amt eines Botschafters. Die Entscheidung für Ismail Chaldi stößt jedoch bei einigen Ministern auf Kritik.

JERUSALEM (inn) – Die israelische Regierung hat erstmals einen Beduinen zum Botschafter ernannt. Ismail Chaldi wird den jüdischen Staat künftig in Eritrea vertreten. Das bestätigte das Kabinett am Sonntag.

Chaldi ist in Nordisrael nahe der Stadt Haifa als Schafhirte aufgewachsen. Er studierte Politikwissenschaften in Haifa und Internationale Beziehungen in Tel Aviv. Über sein Leben hat er ein kurzes Buch geschrieben mit dem Titel „Reise eines Schafhirten: Die Geschichte von Israels erstem beduinischen Diplomaten“.

Im Jahr 2004 schrieb Chaldi Geschichte, als er als erster Beduine im Land in den diplomatischen Dienst berufen wurde. Seitdem war der Muslim unter anderem politischer Berater für den früheren Außenminister Avigdor Lieberman und Konsul in Miami. Als Mitarbeiter der israelischen Botschaft in London war er zuständig für eine Kampagne gegen die anti-israelische Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen).

Kritik wegen umstrittener Äußerungen bei Facbook

Die Ernennung des Beduinen wird nicht von allen Ministern unterstützt. Kritiker verweisen auf umstrittene Einträge Chaldis in sozialen Medien. So hatte er 2017 bei Facebook geschrieben, Beduinen sollten weiter für ihre Rechte kämpfen, auch wenn sie sich dafür an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wenden müssten. Später entschuldigte er sich für die Aussage. Im Jahr 2015 äußerte er bei Facebook, einige Israelis hassten Araber und Muslime mehr, als Antisemiten Juden hassten.

Zu den Kritikern gehört der Minister für Öffentliche Sicherheit, Amir Ohana (Likud). Er enthielt sich bei der Abstimmung über die Ernennung. Der Minister für Cyber- und digitale Angelegenheiten, David Amsalem (Likud), erklärte: „Wenn jemand auch nur einmal geschrieben hat, dass Israel ein rassistischer Staat ist, sollte er nicht zum Botschafter ernannt werden.“

Die Ministerin für Siedlungsbau, Zippi Hotovely, verteidigte Chaldis Ernennung hingegen. Er habe dem Staat gute Dienste geleistet. Es gebe keinen Grund, Chaldis Facebookeinträge durchzugehen.

Drei Frauen als Botschafterinnen ernannt

Neben Chaldi wurden zehn weitere Botschafter bestätigt, darunter auch drei Frauen. Diese werden Israel in der Schweiz, in Finnland sowie in Usbekistan vertreten. Außenminister Gabi Aschkenasi begrüßte die Abstimmungen: „Ich bin stolz darauf, dass ich zu Beginn meiner Amtszeit als Außenminister der Regierung eine respektable Zahl von Frauen als Vorstehende von Auslandsvertretungen zur Abstimmung gebracht habe und dass wir nun erstmals einen Beduinen als Botschafter einer israelischen Vertretung im Ausland ernannt haben“, sagte der Politiker laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“.

Der Vorsitzende der Oppositionspartei Israel Beiteinu, Lieberman, hatte bereits vor zwei Wochen Zustimmung für Chaldis Ernennung zum Botschafter geäußert: „Er ist bekannt als israelischer Patriot, der den Staat beharrlich in der ganzen Welt verteidigt.“

Von Sicherheitskräften zu Boden geworfen

Im Juni hatte ein Vorfall mit Chaldi am Jerusalemer Busbahnhof in Israel Aufsehen erregt. Der Beduine war von vier Sicherheitskräften überwältigt worden, nachdem er ein Selfie am Eingang des Gebäudes gemacht hatte. Die Wachleute gaben an, Chaldi habe sich nicht ausweisen wollen. Der Diplomat wies dies zurück. Er erstattete Anzeige. Die Sicherheitskräfte hätten ihn zu Boden geworfen. Einer der Männer habe ihm die Luft genommen, indem er ein Knie auf seinen Hals gepresst habe, gab Chaldi an. Der Vorfall wird derzeit noch untersucht.

Von: dn

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