Gil Yaron leitet die Dependance von NRW in Tel Aviv. Zuvor schrieb er als Israel-Korrespondent für die Zeitung „Die Welt“.

Gil Yaron leitet die Dependance von NRW in Tel Aviv. Zuvor schrieb er als Israel-Korrespondent für die Zeitung „Die Welt“.

Nordrhein-Westfalen eröffnet Büro in Tel Aviv

Nordrhein-Westfalen verstärkt seine Präsenz in Israel – und leistet damit laut eigenen Angaben Pionierarbeit. Der Journalist und Israel-Experte Gil Yaron leitet das neue Büro des Landes in Tel Aviv. Ministerpräsident Laschet lobt die technischen Vorzüge der „High-Tech-Nation Israel“.

TEL AVIV / DÜSSELDORF (inn) – Ein Schritt in Richtung intensivere Zusammenarbeit: Das neue Büro des Landes Nordrhein-Westfalen für Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Jugend und Kultur in Israel nimmt im Januar seine Arbeit auf. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erklärt dazu in einer Pressemitteilung: „Kein anderes Land pflegt so kontinuierliche, so enge und freundschaftliche Beziehungen zu Israel wie Nordrhein-Westfalen. Das neue Büro in Tel Aviv wird die zahlreichen Aktivitäten unseres Landes in Israel bündeln, unser Land vor Ort präsenter machen und neue Ideen für die Zusammenarbeit entwickeln.“

Laut Laschet soll das Büro auch zu einem Begegnungsort für Wirtschaft, Bildung, Forschung und Kultur werden. „Zugleich ist die Einrichtung ein klares Signal der Wertschätzung an unsere Freunde in Israel, denn schließlich ist es weltweit das erste Büro Nordrhein-Westfalens in einem anderen Land mit einem so umfassenden Auftrag.“

Kooperation mit Auswärtigem Amt und der Deutschen Botschaft

Die Leitung des Büros übernimmt der Autor, Journalist und Israel-Experte Gil Yaron. Mit der in Tel Aviv angesiedelten Zweigstelle der Staatskanzlei möchte die Landesregierung die bilateralen Beziehungen „in allen Bereichen der Länderkompetenzen vertiefen“. Das Büro soll eng mit dem Auswärtigen Amt und der Deutschen Botschaft in Tel Aviv zusammenarbeiten.

Yaron kam 1973 als Sohn deutschstämmiger Israelis in Haifa zur Welt. Seine Eltern wanderten kurz nach seiner Geburt nach Düsseldorf aus. Die Großeltern hatten 1933 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Deutschland verlassen und waren in das damalige Mandatsgebiet Palästina geflohen. Yaron studierte unter anderem in Jerusalem an der Hebräischen Universität Medizin. Bis zu seiner Promotion 2006 forschte und veröffentliche im Feld der Molekularbiologie. Er studierte zudem Arabisch und Politik in Giv'at Haviva und an der Hebräischen Universität und schrieb für hebräisch-, deutsch- und englischsprachige Medien, zuletzt als Israel-Korrespondent für die Zeitung „Die Welt“.

„Tel Aviv nach Silicon Valley die innovativste Start-up-Region der Welt“

„Nordrhein-Westfalen und Israel verbindet längst weitaus mehr als die sich für uns aus dem Menschheitsverbrechen der Scho'ah ergebende Verantwortung“, erklärt Laschet weiter. „Wir profitieren heute von engen Kontakten zur High-Tech-Nation Israel. Tel Aviv ist nach dem Silicon Valley die innovativste Start-up-Region der Welt.“ Wissenschaft und Wirtschaft gingen vor Ort Hand in Hand. Und weiter: „Zukunftstechnologien wie etwa im Bereich der Künstlichen Intelligenz oder Big-Data-Anwendungen im Bereich der Medizin sind für Nordrhein-Westfalen von größtem Interesse.“

Das neue Büro sei zunächst in einem modernen Coworking-Space in Tel Aviv untergebracht, in dem auch zahlreiche Start-up-Unternehmen arbeiteten. Über den endgültigen Standort des Büros werde noch entschieden.

Bayern hatte bereits im Jahr 2017 als erstes deutsches Bundesland ein eigenes Büro in Tel Aviv eröffnet. Die Mitarbeiter kümmern sich um Angelegenheiten in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie, Bildung und Jugendaustausch. Staatsministerin Beate Merk (CSU) sagte damals: „Wir wollen eine lebendige Erinnerungskultur und eine starke bayerisch-israelische Partnerschaft im 21. Jahrhundert“.

Von: mab

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