Die Islamische Republik „bedauert diesen katastrophalen Fehler zutiefst“, schreibt der iranische Präsident Hassan Rohani auf Twitter

Die Islamische Republik „bedauert diesen katastrophalen Fehler zutiefst“, schreibt der iranische Präsident Hassan Rohani auf Twitter

Iran bekennt sich zu Flugzeugabschuss – Proteste im Land

Nach Tagen des Dementi räumt der Iran den Abschuss des ukrainischen Fluges PS752 ein. Im Land mehren sich die Forderungen nach einem Rücktritt des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Chamenei. Die Polizei soll mit Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen sein.

TEHERAN (inn) – Es wurde vorher bereits vermutet, doch die Islamische Republik leugnete es mehrere Tage lang – nun ist es Gewissheit: Am Samstagmorgen hat sich der Iran dazu bekannt, das ukrainische Passagierflugzeug – Flug PS752 – „unbeabsichtigt“ abgeschossen zu haben. In einer Erklärung, die im iranischen Staatsfernsehen verlesen wurde, räumte das Militär einen „menschlichen Fehler“ ein, berichten internationale Medien wie die „New York Times“.

Am Mittwoch, dem Tag des Abschusses, habe es mehrere Drohungen der USA gegeben, iranische Ziele anzugreifen, erklärte das Militär. Deswegen sei es in „höchster Alarmbereitschaft“ gewesen. An dem Tag trafen iranische Raketen amerikanische Basen im Irak. Als sich Flug PS752 einer „strategisch wichtigen Militäranlage“ genähert habe, sei dies laut iranischem Militär „versehentlich“ als Drohung wahrgenommen worden, zitiert „Der Spiegel“ aus der Mitteilung. So sei es zum Abschuss gekommen. Dabei kamen alle 176 Passagiere ums Leben. Der Großteil der Insassen stammte aus dem Iran.

Der iranische Präsident Hassan Rohani schrieb auf Twitter, dass die Islamische Republik „diesen katastrophalen Fehler zutiefst bedauert“. Seine Gedanken und Gebete richteten sich an alle trauernden Familien. „Ich spreche mein aufrichtiges Beileid aus.“ Die Untersuchungen zu dem Fall liefen weiter. Laut Militär wird die verantwortliche Person rechtliche Konsequenzen tragen müssen.

Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sprach auf Twitter von einem „traurigen Tag“ und versäumte nicht, bei seinen „vorläufigen Schlussfolgerungen“ die USA als den eigentlichen Schuldigen zu erwähnen: „Menschliches Versagen in Krisenzeiten verursacht durch US-Abenteurertum führte zu einer Katastrophe. Unser tiefes Bedauern, Entschuldigen und Beileid gilt unserem Volk, den Familien aller Opfer und den anderen betroffenen Nationen.“

Nach der öffentlich zur Schau gestellten Trauer um den getöteten General der Quds-Einheit, Kassem Soleimani, und den Drohungen der USA gegen den Iran, die das nahöstliche Land mit Blick von Außen einte, scheint nun die Stimmung zu kippen – und der Zorn der Bevölkerung auf die Regierung zu wachsen. Am Sonntagabend kam es laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ in Teheran zu Protesten gegen das Regime. Tausende Menschen forderten bei einer Demonstration den Rücktritt des geistlichen Oberhauptes des Landes, Ajatollah Ali Chamenei.

In den sozialen Medien sind seit Sonntagabend Videos im Umlauf, die Proteste zeigen. Inwieweit die Videos echt sind, ist schwer zu überprüfen. Darin soll zu sehen sein, wie die iranische Polizei und Sicherheitskräfte Tränengas und scharfe Munition gegen die Demonstranten einsetzen, die nach dem Flugzeugabschuss gegen die eigene Regierung protestierten.

Auch wenn sich die iranischen Medien noch nicht zu dem Vorfall geäußert haben, fordern internationale Menschenrechtsgruppen das Regime auf, das Volk friedlich demonstrieren zu lassen. Das berichtet die „Times of Israel“.

US-Präsident Donald Trump schrieb in Großbuchstaben auf Twitter an das Regime adressiert: „Töten Sie nicht Ihre Demonstranten.“ Die Welt schaue zu: „Noch wichtiger, die USA schauen zu.“ Weiter forderte er auf: „Hören Sie auf, Ihr großartiges iranisches Volk zu töten.“

Von: mab

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