Erhält Rückendeckung aus Berlin: Christoph Heusgen (Archivbild)

Erhält Rückendeckung aus Berlin: Christoph Heusgen (Archivbild)

Israelischer Botschafter nimmt deutschen Diplomaten Heusgen in Schutz

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum wirft dem deutschen UN-Botschafter Heusgen Antisemitismus vor. Rückendeckung erhält er von der Bundesregierung – aber auch von einem israelischen Diplomaten.

LOS ANGELES (inn) – Das Simon-Wiesenthal-Zentrum listet den deutschen UN-Botschafter Christoph Heusgen auf Platz 7 einer Aufstellung der zehn schlimmsten antisemitischen Entgleisungen. Das berichtete die israelische Tageszeitung „Jerusalem Post“ am Freitag exklusiv. Als Begründung nannte das Zentrum demnach einen Vergleich zwischen der Hamas und Israel – und zog auch einen Artikel der „Bild“-Zeitung als Argument herzu. Die Liste ist noch nicht veröffentlicht.

„Deutschland befindet sich in der Mitte einer zweijährigen Amtsperiode im UN-Sicherheitsrat“, schreibt das Simon-Wiesenthal-Zentrum mit Sitz in Los Angeles laut „Jerusalem Post“. „Sein UN-Botschafter, Christoph Heusgen, sorgte für einen Aufruhr durch die Anzahl der anti-israelischen Stimmen, die er vergeben hat – und indem er 130 Raketen, die von der terroristischen Hamas binnen einer Woche im März auf israelische Zivilisten abgefeuert wurden, mit der Zerstörung von Häusern von Terroristen durch den jüdischen Staat verglich.“

Das Zentrum zitiert Heusgen mit den Worten: „Wir glauben, dass das internationale Recht der beste Weg ist, um Zivilisten zu schützen und ihnen zu ermöglichen, in Frieden und Sicherheit und ohne Furcht vor israelischen Bulldozern oder Hamas-Raketen zu leben.“ Die „Bild“-Zeitung hatte nach der Debatte im Sicherheitsrat dem deutschen Diplomaten „pure Häme“ gegen Israel vorgeworfen.

Die Organisation weist darauf hin, dass Heusgen im Jahr 2018 insgesamt 16 anti-israelische Stimmen vergeben habe. Bei weiteren gegen Israel gerichteten Anträgen habe er sich dreimal enthalten und einmal dagegen gestimmt. Die Organisation verwies auf die Worte von Bundeskanzlerin Angela Merkel 2008 vor der Knesset: „Israels Sicherheit ist für mich als deutsche Kanzlerin nicht verhandelbar.“ Offenbar habe der deutsche Diplomat die entsprechende Aktennotiz nie erhalten.

Israelischer Botschafter: Politische Differenzen nicht auf diese Weise austragen

Indes nahm der israelische Botschafter in Berlin, Jeremy Issacharoff, Heusgen in Schutz: „Wir mögen manchmal Differenzen in politischen Fragen haben. Aber das heißt nicht, dass jemand antisemitisch ist, wenn er nicht mit uns einer Meinung ist“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Politische Differenzen zwischen Deutschland und Israel sollten nicht auf diesem Wege ausgetragen werden.

Auch die Bundesregierung verteidigte Heusgen gegen die Kritik: „Unseren Botschafter bei den Vereinten Nationen Heusgen mit Antisemitismus in Verbindung zu bringen, ist abwegig“, erklärte der stellvertretende Sprecher des Auswärtigen Amts, Rainer Breul, am Freitag ausdrücklich im Namen von Außenminister Heiko Maas. „Botschafter Heusgen ist ein hervorragender Diplomat, der der Sicherheit und historischen Verbundenheit zu Israel genauso verpflichtet ist wie die Bundesrepublik Deutschland.“ Er und sein Team verträten in New York bei sämtlichen Abstimmungen im Sicherheitsrat und in der Generalversammlung die Haltung der Bundesregierung und handelten auf Weisung aus Berlin.

Von: eh

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