Zeigte sich schockiert über den Umgang mit jüdischen Flüchtlingen: die irakische Schönheitskönigin Sarah Idan (Archivbild)

Zeigte sich schockiert über den Umgang mit jüdischen Flüchtlingen: die irakische Schönheitskönigin Sarah Idan (Archivbild)

Ehemalige Miss Irak bedauert Umgang mit jüdischen Flüchtlingen

Die irakische Schönheitskönigin Sarah Idan hat vor den Vereinten Nationen über ihren Besuch in Israel und ihr dortiges Treffen mit irakischen Juden gesprochen. In ihrer Rede bezeichnete sie die Vertreibung der Juden aus der arabischen Welt als „antisemitisch“.

NEW YORK (inn) – Die israelische UN-Mission hat am Mittwoch der Vertreibung der Juden des Nahen Ostens und Nordafrikas gedacht. Bei dem Treffen im UN-Hauptquartier in New York sprach die „Miss Irak“ von 2017, Sarah Idan, über ihre Begegnungen mit jüdischen Flüchtlingen. Einige irakische Juden habe sie im vergangenen Jahr in Jerusalem besucht. Da sie selbst in Bagdad geboren wurde, habe sie sich mit ihnen sehr verbunden gefühlt, erklärte Idan vor Botschaftsvertretern und UN-Beamten. Umso schockierter sei sie gewesen, als sie die irakischen Pässe mit dem Verweis „Einweg-Ausreise – keine Rückkehr erlaubt“ sah. Sie schäme sich für diesen Umgang.

Weiterhin erklärte Idan, dass aufgrund von Antisemitismus „das 3.000 Jahre alte Kapitel jüdischen Lebens im Irak, dem Nahen Osten und Nordafrika abrupt und traumatisch“ geendet habe.

Resolution für jüdische Flüchtlinge gefordert

Drastische Worte fand auch der israelische UN-Botschafter Danny Danon. Er warf den Vereinten Nationen vor, jüdischen Flüchtlingen ihre Rechte zu verweigern, um sie so „aus der Geschichte zu streichen“. Dies sei eine „antisemitische und historische Ungerechtigkeit“. Daher fordere er eine Resolution, die sicherstelle, dass eben diese Rechte anerkannt werden, zitiert ihn die Nachrichtenseite „Jewish Press“.

In den Jahren nach der Staatsgründung Israels flohen etwa 850.000 Juden aus den arabisch und islamisch geprägten Ländern oder wurden vertrieben. Viele ließen alles zurück oder wurden enteignet. Ein Bewusstsein in der Weltöffentlichkeit für das Schicksal der orientalischen Juden ist jedoch kaum vorhanden. Selbst in Israel gibt es erst seit 2014 einen Gedenktag für die jüdischen Flüchtlinge aus der arabischen Welt.

Von: mas