Iranische Demonstranten am Al-Kuds-Tag (Archivbild)

Iranische Demonstranten am Al-Kuds-Tag (Archivbild)

Iran ruft weltweit zu Al-Quds-Demonstrationen auf

Im Iran haben bereits die staatlich organisierten Demonstrationen zum anti-israelischen Al-Quds-Tag begonnen. Während Hamas-Führer Sinwar ankündigt, Tel Aviv zu „pulverisieren“, äußert sich der Berliner Innensenator kritisch zur Demonstration in der deutschen Hauptstadt.

TEHERAN / BERLIN (inn) – Der Iran hat Muslime weltweit aufgefordert, an den Demonstrationen am Freitag zum Al-Quds-Tag teilzunehmen, um die Palästinenser zu unterstützen. „Die aktuellen Umstände in Palästina und der Region erfordern es von den muslimischen Staaten und ihren Regierungen, mehr denn je Einheit, Solidarität und Integrität gegen das zionistische Regime zu bewahren“, heißt es vom iranischen Außenministerium. Im Mullah-Regime begannen am Freitagmorgen die staatlich organisierten Demonstrationen gegen Israel. Das Staatsfernsehen überträgt den ganzen Tag live.

„Muslime müssen wachsam gegenüber dem gemeinsamen Feind bleiben und den Verschwörungen von Israel und seinen Unterstützern widerstehen“, erklärt das Außenministerium weiter. Der internationale Al-Quds-Tag wurde Ende der 1970er-Jahre vom iranischen Revolutionsführer Ajatollah Chomeini eingeführt, um für die „Befreiung Jerusalems von den zionistischen Besatzern“ zu demonstrieren. Die Veranstaltungen dazu beginnen jährlich am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan. Der Tag, der nach dem arabischen Namen für Jerusalem benannt ist, wird regelmäßig dafür genutzt, um gegen Israelis und Juden zu hetzen.

Einziger jüdischer Abgeordneter Irans hetzt

In diesem Zusammenhang äußerte sich laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ auch der einzige jüdische Abgeordnete des iranischen Parlaments, Siamak Moreh Sedgh. Er forderte Juden weltweit auf, an den Al-Quds-Demonstrationen teilzunehmen, um gegen Zionismus zu protestieren. Er freue sich schon auf die „Befreiung Jerusalems“ vom israelischen Einfluss. „Jüdische Iraner betrachten die Teilnahme an den Al-Quds-Demonstrationen als eine nationale und religiöse Verantwortung“, sagte Sedgh.

Hamas-Führer Jahja Sinwar drohte am Donnerstag im Gazastreifen, Tel Aviv bei der nächsten militärischen Auseinandersetzung zu „pulverisieren“. Er tat das auf einer Konferenz, die zu Ehren des Al-Quds-Tages zu einer neuen Intifada gegen Israel aufrief. „Wir werden unsere Waffen und Kampffähigkeiten weiter verbessern, um unser Ziel zu erreichen. In der letzten Auseinandersetzung benutzten wir einige Raketen, die aus dem Iran kamen, während wir andere selbst herstellten“, sagte Sinwar.

Berliner Innensenator: „Schwer erträgliche Ansichten“

Die Al-Quds-Demonstration am Samstag in Berlin war Thema in einem Interview, das die Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“ mit dem Berliner Innensenator Andreas Geisel führte. Obwohl er darin die Grundrechte zur Versammlungs- und Meinungsfreiheit verteidigte, sprach er hinsichtlich dieser Demonstration von „schwer erträglichen Ansichten“.

Ein mögliches Verbot des Al-Quds-Tag sei „intensiv geprüft worden“, aber die „Hürden für ein präventives Verbot einer Versammlung sind sehr hoch“ in Deutschland. „Wir vermuten, dass deren Teilnehmer damit das Existenzrecht Israels infrage stellen. Sie sprechen es aber seit Jahren nicht aus“, bewertete Geisel die Situation. Der SPD-Politiker will am Samstag selbst an einer Gegenkundgebung teilnehmen.

Von: mm

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