Die rumänische Premierministerin Dăncilă machte auf einem AIPAC-Gipfel große Ankündigungen – was sie davon umsetzen kann, ist noch fraglich

Die rumänische Premierministerin Dăncilă machte auf einem AIPAC-Gipfel große Ankündigungen – was sie davon umsetzen kann, ist noch fraglich

Honduras und Rumänien wollen Botschaften in Jerusalem eröffnen

Sowohl Rumänien als auch Honduras haben eine Botschaftseröffnung in Jerusalem angekündigt. Für beide gibt es aber noch ein Hindernis.

WASHINGTON (inn) – Der honduranische Präsident Juan Orlando Hernández hat am Sonntag angekündigt, „sofort“ ein diplomatisches Büro in Jerusalem zu eröffnen. Daraus soll eine vollwertige Botschaft werden, sagte er in einer Rede auf der Konferenz der Organisation „Amerikanisch-israelischer Ausschuss für öffentliche Angelegenheiten“ (AIPAC). Die Bedingung dafür ist, dass Israel seinerseits eine Botschaft in der Hauptstadt von Honduras, Tegucigalpa, eröffnet. Bisher gibt es dort nur ein israelisches Konsulat.

Die rumänische Premierministerin Viorica Dăncilă machte wenig später, ebenfalls auf der AIPAC-Konferenz, eine ähnliche Ankündigung. Sie sei „erfreut“ mitzuteilen, dass sie „als Premierministerin von Rumanien und der Regierung unsere Botschaft nach Jerusalem, der Hauptstadt Israels“ verlegen werde. Benjamin Netanjahu dankte seiner „Freundin, der Premierministerin von Rumänien, Viorica Dăncilă“, umgehend.

Doch wenige Minuten später schaltete sich der rumänische Präsident Klaus Johannis ein und kassierte die Ankündigung. „Die Premierministerin zeigt eine absolute Ahnungslosigkeit in Sachen Außenpolitik“, sagte Johannis laut der Onlinezeitung „Times of Israel“. Die Entscheidungsgewalt für eine Botschaftsverlegung liege immer noch bei ihm. Johannis ist wegen der geplanten Botschaftsverlegung schon mehrfach mit der Regierung aneinandergeraten und hatte den Rücktritt Dăncilăs verlangt.

Sollte Rumänien seine Botschaft tatsächlich verlegen, wäre es damit das dritte Land nach den USA und Guatemala.

Von: tk