Ajatollah Ali Chamenei sieht für den Anschlag in Ahwas eine „Konspiration durch US-gestützte Regimes in der Region“ in der Verantwortung

Ajatollah Ali Chamenei sieht für den Anschlag in Ahwas eine „Konspiration durch US-gestützte Regimes in der Region“ in der Verantwortung

Iran macht USA und Israel für Anschlag verantwortlich

Bei einem Anschlag auf eine Militärparade im Iran sind mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen. Der „Islamische Staat“ bekannte sich zu der Tat. Der Iran macht jedoch die USA und Israel für den Angriff verantwortlich – und bestellt europäische Botschafter ein.

TEHERAN / AHWAS / JERUSALEM (inn) – Nach einem tödlichen Anschlag auf eine Militärparade in der iranischen Stadt Ahwas am Samstag macht die Islamische Republik Israel und die USA dafür mit verantwortlich. Bei dem Angriff kamen mindestens 29 Menschen ums Leben. Wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, schossen die Täter von einem Park aus auf Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde. Die Angreifer sollen als Soldaten getarnt gewesen sein.

Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, machte für den Anschlag eine „Konspiration durch US-gestützte Regimes in der Region“ verantwortlich, die im Land Unsicherheit schüren wollten. Er verurteilte die Tat auf das Schärfste. Teheran wertet sie als Terrorangriff.

Wie die Agentur Irna berichtet, seien bei dem Anschlag nicht nur Soldaten unter den Opfern, sondern auch Zivilisten, unter ihnen seien auch Kinder. Mehr als 60 Menschen seien verletzt wurden. Davon schwebten noch viele Personen in Lebensgefahr.

Die Terror-Organisation „Islamischer Staat“ (IS) und eine arabische Separatistengruppe bekannten sich zu dem Anschlag. Das IS-Sprachrohr „Amak“ veröffentlichte am Sonntag ein Video von drei Männern, die angeblich den Angriff auf die Militärparade in Ahwas verübt haben sollen. Darüber berichtet auch die israelische Nachrichtenplattform „i24News“. Die drei Personen sind in einem Fahrzeug zu sehen, zwei von ihnen sprechen auf Arabisch über den Dschihad. Der dritte Mann spricht auf Farsi. Sie deuten an, dass sie auf die iranischen Revolutionsgarden abzielten. Ob das Video echt ist, ist nicht bekannt.

Trotz der Bekennerbekundungen warf der stellvertretende Leiter der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Salami, am Montag Israel und den USA vor, in den Anschlag involviert zu sein. Er warnte vor einer „verheerenden“ Reaktion, die die beiden Länder zu erwarten hätten, berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Iran droht USA und Israel mit „vernichtender Reaktion“

„Sie haben unsere Rache schon zuvor wahrgenommen. [...] Sie werden sehen, dass unsere Reaktion vernichtend und verheerend sein wird. Und Sie werden bereuen, was Sie getan haben.“ Salami sagte dies während einer Live-Übertragung im Staatsfernsehen vor dem Begräbnis der Getöteten.

Der Iran bestellte bereits am Samstagabend diplomatische Vertreter dreier europäischer Staaten ein. Die Nachrichtenagentur Irna meldet, dass der Botschafter Dänemarks und der der Niederlande sowie der britische Geschäftsträger betroffen waren. Der Iran habe damit protestiert, dass die drei Staaten einigen Mitgliedern der Terrorgruppe, die für den Anschlag in Ahwas verantwortlich sei, „Zuflucht gewährten“.

Teheran kritisiert Westen für verhaltene Reaktion

Es sei „nicht akzeptabel, dass die Europäische Union Mitglieder dieser Terrorgruppen nicht auf eine schwarze Liste setzt, solange diese auf europäischem Boden keine Straftaten begehen“, zitierte die Nachrichtenagentur den Außenamtssprecher Bahram Kasem.

Wegen einer verhaltenen Reaktion auf den Anschlag in Ahwas kritisierte Teheran den Westen. „Wieso wird solchen Anschlägen in Europa so viel Aufmerksamkeit geschenkt, aber nicht anderswo?“, fragte Kasem am Sonntag laut des Webportals des Ministeriums.

Von: mab

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