Für Zuhörer im Iran: Verteidigungsminister Lieberman gibt Auskunft über israelische Sicherheitsbedenken

Für Zuhörer im Iran: Verteidigungsminister Lieberman gibt Auskunft über israelische Sicherheitsbedenken

Lieberman gibt amerikanisch-iranischem Sender ein Interview

Der israelische Verteidigungsminister Lieberman hat gegenüber einem iranischen Radiojournalisten seine Hoffnung ausgedrückt, dass im Iran einmal „vernünftige Leute“ an die Macht kommen. Bis dahin werde Israel alles daran legen, eine iranische Militärpräsenz in Syrien zu verhindern.

TEL AVIV (inn) – Erstmals hat ein iranischer Journalist mit einem israelischen Verteidigungsminister ein Interview geführt. Es wurde am Dienstag aufgenommen und am Mittwoch veröffentlicht. Verteidigungsminister Lieberman stand Mehrad Mirdamadi Rede und Antwort. Er empfing ihn im Verteidigungsministerium in Tel Aviv.

Mirdamadi arbeitet für den Sender „Radio Farda“. Der Sitz des Senders ist in der tschechischen Hauptstadt Prag. Das Programm wird vom Kongress der Vereinigten Staaten finanziert. Es ist Teil des 1950 gegründeten Verbundes „RadioFreeEurope/Radio Liberty“, mit dem die USA im Kalten Krieg Einfluss auf Osteuropa nehmen wollten. Heute produziert der Verbund nach eigenen Angaben Sendungen in 25 Sprachen.

Lieberman: Syrien darf keine Armeebasis werden

Lieberman betonte in dem ins Persische übersetzte Interview, Israel habe allen politischen Willen zu verhindern, dass Syrien in eine gegen Israel gerichtete Armeebasis umgewandelt wird. „Daher werden wir jegliche iranische Militärpräsenz auf syrischem Territorium zerstören.“ Für die Zukunft hofft er jedoch, dass „vernünftige Leute“ im Iran an die Macht kommen, und Israel und der Iran wieder eine Zusammenarbeit beginnen können. „Beide Länder können davon sehr profitieren.“

Die Ausstrahlung von Radio Farda erfolgt über Anlagen in den südhessischen Städten Biblis und Lampertsheim. Das Signal reicht bis in den Iran. Dort ist der Sender als illegal eingestuft. Über Störungen aus dem Iran ist in den jüngsten Jahren nichts bekannt geworden, berichtet der RBB-Sender „Radio 1“. Anlässlich der Sozialproteste im Iran hätten die USA die Sendezeiten zu Beginn des Jahres erweitert.

Auf Facebook hat der Sender 2,2 Millionen Likes erhalten. Auf Twitter folgen ihm rund 492.000 Personen.

Von: df