Der ehemalige jordanische Premier Al-Madschali spricht im Fernsehen über das Verhältnis zu Israel

Der ehemalige jordanische Premier Al-Madschali spricht im Fernsehen über das Verhältnis zu Israel

„Jordanien würde Haifa erobern“

Abdelsalam al-Madschali hat als jordanischer Premier im Jahr 1994 das Friedensabkommen mit Israel mitgetragen. In einem TV-Interview bezeichnet er den Vertrag als immer noch beste Option für sein Land. Bei größerer militärischer Macht würde das aber anders aussehen.

AMMAN (inn) – Wenn Jordanien die militärische Macht hätte, würde es Haifa erobern. Das hat der ehemalige jordanische Premierminister Abdelsalam al-Madschali dem jordanischen Sender „Today TV“ in einem Interview am 18. August gesagt. Die nun auf der Videoplattform YouTube veröffentlichte Übersetzung des Interviews stammt vom israelisch-amerikanischen Medienforschungsinstitut für den Nahen Osten (MEMRI).

Der heute 93-Jährige war von 1993 bis 1995 und von 1997 bis 1998 jordanischer Premierminister. Unter seiner Regierung wurde am 26. Oktober 1994 der Friedensvertrag von König Hussein von Jordanien, dem israelischen Premierminister Jitzchak Rabin und US-Präsident Bill Clinton unterzeichnet. Gegenüber dem Interviewer verteidigte Al-Madschali das Abkommen als „beste Option für Jordanien“. Die Jordanier hätten durch den Friedensvertrag Land und Wasser zurückbekommen. Sie hätten ihre Wirtschaft wieder herstellen können. Zusätzlich hätten sie durch den Vertrag weltweiten Respekt erhalten.

Trotz des Vertrages würde sich in seinen Augen aber die Situation ändern, wenn das jordanische Militär nicht dem israelischen unterlegen wäre. „Wenn wir morgen stärker wären und uns gewaltsam Haifa nehmen könnten, würden wir wirklich zögern, weil wir ein Abkommen mit ihnen haben?“, fragte er rhetorisch.

Al-Madschali schlägt Kompensation zu „Rückkehrrecht“ vor

Al-Madschali diskutierte im Interview auch das „Rückkehrrecht“ der Palästinenser. Durch die Vererbung des Flüchtlingsstatus würde das inzwischen fünf Millionen Palästinenser betreffen. Israel lehnt das ab. Denn für das Land repräsentiere das den Versuch, Israel durch die bloße Anzahl an palästinensischen Flüchtlingen zu zerstören. „Es gibt Millionen von jordanischen Palästinensern, die Besitz in Israel habe“, sagte Al-Madschali. Sie hätten das Recht, ihn zurückzubekommen oder eine Kompensation zu erhalten.

Als der Interviewer die Idee der Kompensation in Frage stellte, antwortete der ehemalige jordanische Premier: Die „Rückholung“ des Landes sei aktuell nicht möglich, weil es die Israelis für sich beanspruchen. Der TV-Journalist fände es für die palästinensische Angelegenheit aber besser, die Kompensation abzulehnen und das Land als „besetzt“ zu belassen. „Was kann man machen? Du hast das Land gegen militärische Macht verloren und keinerlei eigene Macht“, sagte Al-Madschali. „Solange man keine Macht hat, ist Frieden die einzige Option.“

Von: mm

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