PA-Präsident Abbas hat den russischen Präsidenten Putin (r.) am Samstag im Kreml besucht

PA-Präsident Abbas hat den russischen Präsidenten Putin (r.) am Samstag im Kreml besucht

„Palästina durchlebt schwere Zeit“

In Moskau thematisiert der PA-Präsident Abbas den geplanten Abriss eines Beduinendorfes im Westjordanland. Eine besondere Begegnung hat er mit einem ehemaligen Fußballstar.

MOSKAU (inn) – Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmud Abbas, hat im Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Samstag die israelische Siedlungspolitik kritisiert. Er sprach auch über das aktuell schlechte diplomatische Verhältnis mit den Amerikanern.

Im Kreml bedankte sich Abbas bei Putin laut des Büros des russischen Präsidenten für dessen Ratschläge, die durch die verschiedenen Kontakte Russlands mit den politischen Führern in der Region zustande kommen. „Heute durchleben unsere Region und Palästina eine schwere Zeit. Und tatsächlich kann ich sagen, dass eine weitere Krise in Palästina aufkommt“, sagte Abbas.

Beduinendorf thematisiert

„Es gibt Versuche und Pläne Israels, die neue Siedlungen nahe des Dorfes Chan al-Ahmar betreffen, das nicht weit von Jerusalem entfernt liegt. Das besorgt uns sehr“, führte er aus. Das betreffe Tausende Menschen in diesem Gebiet. Es gibt israelische Pläne, das Beduinendorf Chan al-Ahmar im Westjordanland abzureißen. Israelische Gerichte entschieden, dass es illegal gebaut wurde. Das Militär hält es für ein Sicherheitsrisiko. Die Bewohner sollen ins zwölf Kilometer entfernte Abu Dis umgesiedelt werden.

Über die Beziehungen zu den USA sagte Abbas, dass sie eine „schwierige Zeit“ durchmachen. „Sie müssen sich bewusst machen, dass wir alle Kontakte zu den Amerikanern gestoppt haben“, sagte er zu Putin. Das habe mit dem amerikanischen „Deal des Jahrhunderts“ zu tun, dessen erster Schritt in Abbas' Augen die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem war. Hinzu komme, dass es die Absicht der USA sei, den palästinensischen Flüchtlingsstatus vom Verhandlungstisch zu bekommen.

Maradona: „Ich bin ein Palästinenser“

Putin zeigte Verständnis für die komplizierte Situation in der Region. Er freute sich aber darüber, dass Abbas trotzdem nach Moskau gekommen sei und die Fußballweltmeisterschaft besuchen könne. Abbas nutzte in der russischen Hauptstadt auch die Gelegenheit, sich mit dem sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al-Baschir zu treffen.

Zudem tauschte er sich mit dem ehemaligen argentinischen Fußballer Diego Maradona aus. Der schrieb in dem sozialen Netzwerk Instagram zu seinem Bild mit Abbas: „Ich bin Palästinenser. Dieser Mann will Frieden in Palästina. Präsident Abbas hat ein Land und ein Recht.“ Der PA-Präsident erlebte am Sonntag im Stadion das WM-Finale mit, das Frankreich mit 4:2 gegen Kroatien gewann.

Von: mm

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