Am Montag hat der Knesset-Ausschuss zur Außen- und Verteidigungspolitik in Jerusalem getagt

Am Montag hat der Knesset-Ausschuss zur Außen- und Verteidigungspolitik in Jerusalem getagt

Wäre ein arabischer Premierminister möglich?

Die Frage, ob es mehr Juden als Araber zwischen Mittelmeer und Jordan gibt, hat einen Ausschuss der Knesset beschäftigt. Die Zahlen wären vor allem bei einer Ein-Staat-Lösung von Bedeutung – auch bei der Wahl des israelischen Premierministers.

JERUSALEM (inn) – Das zahlenmäßige Verhältnis von Arabern und Juden zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan ist am Montag Thema in einem Knesset-Ausschuss gewesen. Aktuelle Schätzungen besagen laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“, dass das Verhältnis beinahe ausgeglichen ist. Siedler aus Judäa und Samaria widersprechen. Der arabische Abgeordnete Ahmad Tibi sagt bei einer Ein-Staat-Lösung einen arabischen Premierminister voraus.

Der Vize-Koordinator der Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT), Uri Mendes, schätzt die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland auf 2,5 bis 2,7 Millionen. In der Sitzung des Knesset-Ausschusses für Außen- und Verteidigungspolitik erwähnte er aber in seinem Bericht auch die Zahlen des palästinensischen Zensus, der 3 Millionen Palästinenser angibt.

Eine Frage der Zahlenquellen

Der Ausschuss-Vorsitzende Avi Dichter vom Likud ergänzte 2 Millionen Palästinenser im Gazastreifen. In Israel leben laut dem Zentralen Statistikbüro 1,52 Millionen Araber. Insgesamt wären das 6,52 Millionen. Das wäre auch ungefähr die Anzahl an Juden – laut Statistikbüro 6,50 Millionen im Jahr 2017 –, die zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan lebt. Es gibt Prognosen, wonach die Anzahl der Palästinenser bis 2020 auf 7,1 Millionen angestiegen sein könnte.

Bei einer Ein-Staat-Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt wäre die Zusammensetzung der Bevölkerung von großer Bedeutung. Es gibt Stimmen, die bei einer arabischen Mehrheit die Frage in den Raum stellen, ob Israel dann noch eine Demokratie bleiben könne.

Wäre ein arabischer Premierminister vorstellbar?

Der Knesset-Abgeordnete Tibi von dem arabischen Parteienbündnis „Vereinigte Liste“ beurteilte die Zahlen der Palästinenser als korrekt. Ohne einen eigenen Palästinenserstaat sieht er Israel auf eine Ein-Staat-Lösung zusteuern. Das bedeute entweder „Apartheid“ oder einen „arabisch-palästinensischen Premierminister“. Das Ausschussmitglied Ofer Schelah von der Partei Jesch Atid sagte, die jüdische Mehrheit sei „gefährdet“. Auf Twitter zeigte sich die Abgeordnete Zippi Livni von der Zionistischen Union hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen um das Westjordanland besorgt: „Wenn wir uns nicht von der Wahnvorstellung der Annexion verabschieden, werden wir die jüdische Mehrheit verlieren. Das ist klar.“

„Die Vision von einem arabischen Premierminister, die heute noch wie eine wahnhafte Idee erscheint, rückt näher“, sagte Tibi. Dann werde Israel ein „gleiches und demokratisches Land und nicht ein jüdisches und demokratisches Land“ sein.

Siedler widersprechen Zahlen zu Arabern im Westjordanland

Israelische Siedler aus Judäa und Samaria widersprachen den vorgelegten Zahlen. Sie zitierten eine Studie, welche die Palästinenser im Westjordanland auf 1,8 Millionen schätzt. „Die schiefen Zahlen zu Arabern in Judäa, Samaria und dem Jordantal basieren auf dem palästinensischen Statistikbüro. Diese sind falsch. Die Palästinenser haben Interesse daran, die Zahlen höher einzuschätzen“, sagte der Pressesprecher der Siedler, Jigal Dilmoni.

Von: mm

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