In einer Villa in Berlin: die palästinensische Mission

In einer Villa in Berlin: die palästinensische Mission

Ein Interview mit „falschen Fragen“

Unser Versuch, die politischen Vertreter der Palästinenser in Berlin zu Wort kommen zu lassen, ist gescheitert. Offenbar haben wir die „falschen Fragen“ gestellt. Wir werden uns weiter um Gesprächspartner bemühen, geloben aber keine „Besserung“.

Mitte Januar hatten wir die Gelegenheit, ein Interview mit der Leiterin der palästinensischen Mission in Berlin, Chulud Daibes, zu führen. Nach dem Interview mit dem israelischen Botschafter Jeremy Issacharoff wollten wir so auch die palästinensische Seite zu aktuellen Vorgängen in der Nahost-Politik zu Wort kommen lassen.

Leider haben wir für das geführte Interview keine Freigabe bekommen – ohne Angabe von genauen Gründen. Es hieß lediglich, der vorgelegte Interviewtext entspreche nicht dem, was Frau Daibes ursprünglich sagen wollte. Unser Angebot, einzelne Formulierungen anzupassen – ein üblicher Vorgang bei der Abnahme von Interviews –, wurde kategorisch abgelehnt.

Auch ohne eine Freigabe hätten wir das Interview veröffentlichen können. Unsere Tonaufnahmen belegen jeden Satz. In diesem Fall haben wir uns dagegen entschieden. Denn erstens wirft der Mangel an Kooperationsbereitschaft ein Licht auf den Umgang mit Journalisten. Zweitens sind es letztlich die Palästinenser selbst, die auf diese Weise die Bühne den Israelis überlassen.

Das Gespräch mit Frau Daibes ist durchaus kontrovers verlaufen. Aus der vorgesehenen einen Stunde Gesprächszeit sind zwei Stunden geworden. Frau Daibes stellte sich uns als sympathische und interessante Gesprächspartnerin dar. Andererseits waren wir nicht bereit, gängige palästinensische Argumentationsmuster – wie etwa die israelische Besatzung als Ursprung aller Probleme im Nahen Osten – unkritisch hinzunehmen. Vielmehr haben wir genauer nachgefragt. An einer Stelle hieß es dann jedoch, wir würden die „falschen Fragen“ stellen.

Trotzdem werden wir uns auch in Zukunft darum bemühen, die arabische Sicht zu Wort kommen zu lassen. Gerade in einem Interview müssen die Gesprächspartner jedoch bereit sein, sich kritisch hinterfragen zu lassen. In diesem Sinne freuen wir uns auf weitere spannende und kontroverse Gespräche – mit jüdischen und arabischen Gesprächspartnern!

Von: Dana Nowak

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