In der sudanesischen Hauptstadt Khartum wandeln sich die Ansichten zu Israel

In der sudanesischen Hauptstadt Khartum wandeln sich die Ansichten zu Israel

Sudan für Aufnahme der Beziehungen zu Israel

Einmal mehr spricht ein sudanesisches Regierungsmitglied offen von Beziehungen zu Israel. Grund dafür ist der Wandel im Machtgefüge der Region.

KHARTUM (inn) – Ein Mitglied der sudanesischen Regierung hat sich dafür ausgesprochen, Beziehungen zu Israel aufzunehmen. Das ostafrikanische Land würde davon profitieren, sagte der Investitionsminister, Mubarak al-Fadil al-Mahdi, am Sonntag im sudanesischen Fernsehen.

In dem Gespräch fand er lobende Worte für Israel. „Man kann mit Israel einverstanden sein oder nicht, aber sie haben eine Demokratie. Sie belangen ihre Führer und schicken sie ins Gefängnis, und sie haben Transparenz“, sagte Al-Mahdi laut der israelischen Tageszeitung „Ha'aretz“.

Verantwortung der Araber

Für seinen Vorstoß nimmt sich Al-Mahdi Araber zum Vorbild. „Die Palästinenser haben die Beziehungen normalisiert, sogar die Hamas redet mit Israel.“ Auch arabische Staaten hätten „eine Art von Beziehung“, ergänzte Al-Mahdi. „Die Angelegenheit hat sich verändert.“

Zugleich schrieb Al-Mahdi den Palästinensern „einen erheblichen Teil“ der Verantwortung für den Konflikt mit Israel zu. „Sie haben ihr Land an Israel verkauft.“ Arabische Staaten hätten 1947 den Fehler begangen, den UN-Teilungsplan nicht zu akzeptieren. Palästinenser hätten nichts dafür erhalten, dass arabische Staaten kaum Beziehungen zu Israel haben. Jordanien und Ägypten sind derzeit die einzigen arabischen Länder mit offiziellen Beziehungen zu Israel.

Diplomatischer Wandel

Ein Vorstoß dieser Art ist nicht neu. Bereits im Januar 2016 hat der sudanische Außenminister Ibrahim Ghandur Beziehungen zu Israel angeregt – auch wenn das Außenministerium die Aussage später relativierte. Zu diesem Zeitpunkt sagte auch der damalige stellvertrtende Minister für regionale Zusammenarbeit, Ajub Kara, unter der Hand gebe es Zusammenarbeit zwischen Israel und dem Sudan.

Im März dieses Jahres hat sich der Geistliche und Oppostionspolitiker Jussuf al-Kodo für Beziehungen stark gemacht. Die Scharia verbiete dies nicht, führte er als Begründung an. Für seine Äußerungen hat er Morddrohungen erhalten.

Der Sudan hatte lange enge Beziehungen zum Iran. Das Land diente als Lager für Waffenschmuggel in den Gazastreifen. Seit wenigen Jahren nähert sich das Land jedoch dem sunnitischen Lager unter Führung von Saudi-Arabien an. Anfang Januar 2016 brach es die Beziehungen zum Iran ab. Grund dafür war ein Anschlag auf die saudische Botschaft in Teheran.

Von: df

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