Jair Lapid kritisiert, dass Berlin den Marsch zum „Al-Quds-Tag“ genehmigte (Archivbild)

Jair Lapid kritisiert, dass Berlin den Marsch zum „Al-Quds-Tag“ genehmigte (Archivbild)

Lapid kritisiert in Brief an Berlins Bürgermeister „Al-Quds-Marsch“ in Hauptstadt

Der israelische Politiker Jair Lapid hat starke Kritik an Berlins Regierendem Bürgermeister, Michael Müller, geübt wegen der Genehmigung des „Al-Quds-Marschs“ in der Stadt. Der „Jesch Atid“-Vorsitzende spricht von „Verherrlichung des Terrorismus“.

BERLIN / JERUSALEM (inn) – Israelische Kritik am „Al-Quds-Marsch“ in Berlin: Der Parteivorsitzende von „Jesch Atid“, Jair Lapid, hat sich in einem Brief an Berlins Regierenden Bürgermeister, Michael Müller (SPD), über die Genehmigung des „Al-Quds-Marschs“ in der Hauptstadt beschwert. „Ihre Entscheidung, angesichts dieser Aufhetzung und des Hasses zu schweigen, ist ein gravierender Fehler. Die Verherrlichung von Terrorismus in Ihrer Stadt zu erlauben, wird die Extremisten nicht beschwichtigen, es wird sie ermutigen“, schreibt Lapid in dem auf Samstag datierten Brief. In Berlin nahmen am Freitag rund 600 Teilnehmer am anti-israelischen Marsch zum „Al-Quds-Tag“ teil. Angemeldet waren 2.000 Teilnehmer. Bei der Gegendemonstration fanden sich auch einige Hundert Menschen.

Israel würde niemals eine Parade erlauben, „die den Tod Ihrer Bevölkerung feiert“, schreibt der Parteivorsitzende Lapid und fügt die Frage hinzu: „Warum erlauben Sie eine Parade, die den Mord an unseren Bürgern zelebriert?"

Antisemiten marschieren durch Berlin

Des Weiteren nimmt Lapid Bezug auf Geschehnisse in jüngster Vergangenheit. Die israelische Abgeordnete Alisa Lavie und die Holocaust-Überlebende Deborah Weinstein hielten vergangene Woche einen Vortrag an der Humboldt-Universität, bei der sie von Israel-Kritikern angepöbelt wurden. „In der vergangenen Woche wurde der Vortrag eines Knessetmitglieds von Jesch Atid an einer Universität in Berlin durch radikale anti-israelische Aktivisten heftig gestört. Ein paar Tage später marschieren Demonstranten durch Ihre Stadt, die stolz Bilder des Anführers einer antisemitischen Terroristenorganisation zeigen“, notiert Lapid.

Der Jesch-Atid-Vorsitzende fügt in seinem Brief an: „Als Sohn eines Holocaust-Überlebenden war ich tief beunruhigt, dass in der gleichen Woche, in der eine Gruppe von Juden angegriffen wurde, Antisemiten die Freiheit der Stadt gegeben wird.“

Für Israel: Hisbollah wie „Islamischer Staat“ und „Al-Qaida“

Der Anführer der schiitischen Terrormiliz Hisbollah, Hassan Nasrallah, dessen Bild auf den Straßen Berlins hochgehalten wurde, habe seine Rede beim „Al-Quds-Tag“ im Libanon vorgetragen, während die Massen sangen: „Tod für Israel“. Menschen, die in Berlin marschieren und Nasrallahs Bilder präsentieren, „feiern den Mord an unseren Familien und unseren Kindern, sie feiern den Versuch, die fragile Koexistenz zwischen Juden und Arabern in Israel zu zerstören“. Lapid schreibt weiter: „Sie feiern Terror.“ Die freie Meinungsäußerung erstrecke sich nicht bis hin zur „Verherrlichung von Mord“ und „Aufstachelung“.

Laut der Zeitung „Die Welt“ gab es von der Polizei harte Auflagen für die Demonstration. Symbole und Fahnen der Hisbollah sowie Plakate, die zur Vernichtung Israels oder der Juden aufrufen, waren nicht gestattet. Dennoch behängten die Demonstranten auf dem Berliner Adenauerplatz eine Bronze-Statue von Konrad Adenauer mit einem Schild, das sagt: „Nichts ist antisemitischer als Zionismus“, berichtet die Zeitung. Eine palästinensische Fahne steckten sie der Statue in die Hand.

Für Israel unterscheide sich die Hisbollah nicht von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ oder dem Terrornetzwerk „Al-Qaida“. Sie hassten nicht nur Juden und Christen, Frauen und die LGBT-Gemeinschaft – „Sie hassen uns und sie hassen Sie.“ Weiter warnt Lapid, dass derjenige, der bereit ist, Bilder von Nasrallah auf den Straßen von Berlin zu zeigen, auch „bereit ist, auf den Straßen von Berlin zu morden“. Die Menschen, die in Berlin zum „Al-Quds-Tag“ marschiert sind, seien nicht nur die Feinde von Israel, sondern auch Deutschlands Feind.

Der „Al-Quds-Tag“ findet jährlich am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan statt. Muslime weltweit demonstrieren damit gegen die israelische Herrschaft über Jerusalem. Der Ausdruck „Al-Quds“ bedeutet „die Heilige“. Es ist die arabische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem. Im Iran nahmen hunderttausende Menschen an den staatlich organisierten Paraden anlässlich des „Al-Quds-Tages“ teil. Sie riefen Parolen wie „Tod Israel“, „Tod Amerika“ und „Tod Großbritannien“.

Von: mab

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