Mahmud Abbas beteuert den palästinensischen Willen zu Frieden und Gewaltlosigkeit. Er setzt Hoffnungen in die Friedenskonferenz Ende Januar in Paris.
Mahmud Abbas beteuert den palästinensischen Willen zu Frieden und Gewaltlosigkeit. Er setzt Hoffnungen in die Friedenskonferenz Ende Januar in Paris.

Abbas: Hätten UN-Resolution nicht gebraucht

Der palästinensische Präsident Abbas unterstützt die UN-Resolution 2334 gegen israelische Siedlungen inhaltlich. Gleichwohl sei sie nicht notwendig gewesen, sagte er vor einer Gruppe Israelis.

RAMALLAH (inn) – Frieden wird letzten Endes nicht durch die Vereinten Nationen, sondern durch Dialog erreicht werden. Das sagte der palästinensische Präsident Mahmud Abbas am Donnerstag in Ramallah. „Die Wahrheit ist, dass wir die UN-Resolution 2334 nicht gebraucht haben“, erklärte er bei einer Rede vor hunderten israelischen Aktivisten und Kulturschaffenden.

Abbas spielte damit auf die am 23. Dezember verabschiedete Resolution des Weltsicherheitsrates an, in der die „israelische Besatzung“ als Hindernis für den Frieden genannt wird. „Für uns genügt es, miteinander zu reden, um Frieden zu erreichen. Der einzige Weg, wie wir gemeinsam in diesem Land leben können, ist der Friede.“

Gleichwohl machte Abbas inhaltliche Unterstützung für die Resolution deutlich: „Sie fordert eine Zweistaatenlösung und ein Ende der Besatzung. Wer könnte das schon ablehnen?“ Wie die Online-Zeitung „Times of Israel“ berichtet, erklärte der palästinensische Präsident ferner, seine Regierung lehne Gewalt strikt ab. „Wir glauben weder an Gewalt noch an Radikalismus, und werden das auch niemals tun.“ Unter den Israelis gebe es nur eine kleine Gruppe, die keinen Frieden wolle. „Wir werden sie mit friedlichen Mitteln überzeugen, und keinen anderen.“

Vorfreude auf Pariser Friedenskonferenz

Bei der Veranstaltung trat auch der linksgerichtete israelische Friedensaktivist Uri Avnery auf, der mit Abbas seit über 35 Jahren befreundet ist. Der mittlerweile 91-Jährige ist nicht unumstritten: 2003 begab er sich als „menschlicher Schutzschild“ zum palästinensischen Präsidentenpalast, um Jasser Arafat vor einer angeblich geplanten gezielten Tötung durch Premierminister Ariel Scharon zu schützen. Immer wieder kritisierte er die israelische Politik gegenüber den Palästinensern sowie die israelische Armee. Der deutschstämmige Avnery war drei Mal Knesset-Abgeordneter.

Abbas formulierte bei der Veranstaltung seine besondere Dankbarkeit gegenüber Frankreichs Präsident François Hollande, weil dieser eine Friedensinitiative auf den Weg gebracht habe. In Paris soll Ende des Monats eine Friedenskonferenz mit Teilnehmern aus über 70 Staaten stattfinden.

Von: mb

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