Nicht nur zum Fastenbrechen eine Delikatesse: Medschul-Datteln auf einem marokkanischen Markt
Nicht nur zum Fastenbrechen eine Delikatesse: Medschul-Datteln auf einem marokkanischen Markt

Israelische Datteln beschäftigen Marokko

RABAT (inn) – Eigentlich ist der Import israelischer Waren in Marokko per Gesetz untersagt. Im Parlament äußerte sich der Außenhandelsminister zum Vorwurf, dass israelische Datteln trotzdem ins Land gelangen.

Der marokkanische Außenhandelsminister Mohammad Abu hat Kritik der internationalen Boykottbewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) zurückgewiesen. Laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ hat die Bewegung der marokkanischen Regierung unterstellt, sie würde Handel mit dem Staat Israel betreiben. Der Minister habe jegliche Handelsbeziehungen zwischen den beiden Staaten abgestritten.

Nach der Beliebtheit von israelischen Datteln in Marokko gefragt, antwortete der Minister im Parlament: „Die Regierung hat niemandem eine Lizenz erteilt, Datteln aus Israel zu importieren.“ Dabei verwies er auf die offiziellen Statistiken des Landes, die keine wirtschaftlichen Beziehungen zu Israel aufzeigten: „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um dem illegalen Import vorzubeugen.“

Der Abgeordnete Mahdi Maswari hatte dem Parlament laut der „Jerusalem Post“ eine Pressemitteilung zu den israelisch-marokkanischen Handelsbeziehungen vorgelegt. Danach sind importierte Produkte aus Israel mit einem Wert von umgerechnet 45 Millionen Euro veranschlagt. „Es ist unmöglich, dass eine solche Menge an Waren nach Marokko eingeschmuggelt wird“, zweifelte Abu das Schriftstück an und verwies auf das Gesetz, das genau solche Tätigkeiten untersagt.

Datteln mit Patronen gleichgesetzt

Anfang Juni hatte der marokkanische BDS-Arm während des Fastenmonats Ramadan mit einer speziellen Kampagne auf die Händler in dem nordafrikanischen Land einwirken wollen. Sie sollten keine israelischen Datteln mehr verkaufen – zumal sie auch unter falscher Etikettierung („hergestellt in Südafrika“) nach Marokko gelangten. In der Kampagne forderte die israelfeindliche Bewegung die marokkanische Regierung auf, Maßnahmen gegen den Dattel-Import zu ergreifen.

Datteln sind während des Ramadans zum Fastenbrechen unter Muslimen sehr beliebt. Gerade die in Israel angebauten Medschul-Datteln sind laut der „Jerusalem Post“ ein Verkaufsschlager auf den arabischen Märkten. BDS behauptet in seiner Kampagne, dass diese Datteln ursprünglich aus Marokko stammten, die Israelis sie aber gestohlen und genetisch verändert hätten. „Boykottiert die zionistischen Datteln. Finanziert nicht die Patronen, die für palästinensische Körper vorgesehen sind“, lautet einer der verbreiteten Slogans. (mm)

Von: mm