Prangert Holocaustleugnung als „stärksten Ausdruck des Antisemitismus“ an: Danny Danon (Archivbild)
Prangert Holocaustleugnung als „stärksten Ausdruck des Antisemitismus“ an: Danny Danon (Archivbild)
Mit dieser Karikatur gewann der Marokkaner Abdellah Derkaoi den Wettbewerb von 2006
Mit dieser Karikatur gewann der Marokkaner Abdellah Derkaoi den Wettbewerb von 2006

Botschafter kritisiert Holocaust-Wettbewerb

TEHERAN (inn) – Die Stadt Teheran lädt Zeichner aus aller Welt zum Holocaust-Karikaturenwettbewerb ein. Israels UN-Botschafter beschwert sich deshalb beim Generalsekretär der Vereinten Nationen.

Leugnung und Verhöhnung der Scho‘ah – dieses Motiv steht im Zentrum eines Karikaturenwettbewerbs, den die Stadtverwaltung in Teheran ausgeschrieben hat. Das Preisgeld für den ersten Platz ist mit 50.000 Dollar deutlich höher als bei früheren iranischen Wettbewerben zu dem Thema. Zudem heben die Veranstalter den internationalen Charakter hervor, wie die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“ feststellt.

Im Jahr 2006 hatte die iranische Tageszeitung „Hamschahri“ erstmals Zeichner aufgerufen, sich in satirischer Weise mit dem Holocaust zu befassen. Die gekürten Bilder wurden in dem Blatt veröffentlicht. Ein Marokkaner belegte den ersten Platz. Seine Zeichnung zeigte einen Kran mit Davidstern, der um den Felsendom eine Betonmauer errichtet, auf der ein Foto des KZ Auschwitz abgebildet ist. Anlass für die Ausschreibung war die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“.

Im April 2015 veranstaltete das „Iranische Haus der Karikaturen“ einen ähnlichen Wettbewerb. Der erste Sieger erhielt 12.000 Euro Preisgeld, die besten Einsendungen sollten im „Palästina-Museum“ im Iran ausgestellt werden. Kurzfristig sagten die Organisatoren die Schau jedoch ab. Diesmal verantwortet die Stadt Teheran den Karikaturenwettbewerb.

Botschafter: Wettbewerb ist antisemitisch

Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, hat mittlerweile bei UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon Protest eingelegt. Dieser müsse den Iran verurteilen. „Es handelt sich um eine antisemitische Handlung, die das verkörperte Böse darstellt“, begründete der Diplomat seine Kritik. „Die Leugnung des Holocaust ist der stärkste Ausdruck von Antisemitismus; er rechtfertigt die Ermordung von sechs Millionen Juden.“

Danon ergänzte: „Die UNO wird am Ende des Monats den internationalen Holocaustgedenktag begehen. Gleichzeitig schreibt ein Mitgliedsstaat der Organisation einen internationalen Wettbewerb aus, dessen einziger Zweck die Leugnung des Holocaust ist. Die Iraner versuchen, das Gedenken an die sechs Millionen Juden, die in der Scho‘ah ermordet wurden, zu schänden. Die UNO muss an Israels Seite stehen und diese verabscheuungswürdige Handlung verurteilen.“

Auch der Knessetvorsitzende Juli Edelstein forderte Ban auf, den Wettbewerb zu verurteilen. „Worte können die Größe der Abscheu und des Protestes des Staates Israel und vieler in der Welt nicht ausdrücken angesichts der wiederkehrenden Beweise dafür, dass der Iran seine Politik der Holocaustleugnung fortführt“, schrieb er dem Generalsekretär.Die Vereinten Nationen begehen den 27. Januar als internationalen Holocaustgedenktag. An diesem Datum befreiten sowjetische Truppen im Jahr 1945 das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. (eh)

Von: eh

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