Wegen unbezahlten Rechnungen gibt es weniger Strom in den Palästinensergebieten.
Wegen unbezahlten Rechnungen gibt es weniger Strom in den Palästinensergebieten.

E-Werk drosselt Stromversorgung für Palästinenser

HAIFA / RAMALLAH (inn) – Umgerechnet etwa 400 Millionen Euro schulden die Palästinenser derzeit der Israel Electric Corporation (IEC). Aus diesem Grund hat das E-Werk beschlossen, für zwei Stunden am Tag die Stromzufuhr in die Palästinensergebiete um die Hälfte zu reduzieren.

Der Geschäftsführer der IEC, Eli Glickman, hatte sich Anfang Januar in einem Schreiben bezüglich des Notstandes an die israelischen Sicherheitschefs gewendet. In dem Brief habe er über den geplanten Schritt der Stromkürzung informiert und das Stichdatum auf Ende Januar gesetzt, berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Glickman begründete diese Entscheidung mit den unbezahlten Stromrechnungen in Höhe von rund 400 Millionen Euro. Das habe das Unternehmen dazu gezwungen, täglich vormittags und nachmittags für je eine Stunde nur noch 50 Prozent des benötigten Stromes zur Verfügung zustellen. Auf diese Weise soll der Zunahme der Schulden Einhalt geboten werden, heißt es in dem Bericht. Die Kürzungen haben am Donnerstag begonnen.

Weiter erklärte das Unternehmen gegenüber der Zeitung: „Die IEC hat die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) und andere zuständige Regierungsministerien der PA über deren Schulden von umgerechnet 400 Euro über eine lange Zeit aufmerksam gemacht. Bis jetzt ist noch keine Möglichkeit gefunden worden, diese zu begleichen.“ Mit dem Wunsch, einerseits der Zivilbevölkerung im Westjordanland so wenig wie möglich zu schaden und andererseits die Zunahme der Schulden zu bremsen, erhoffe sich das Stromwerk eine baldige Lösung.

Die IEC hatte bereits einige Male eine Drosselung der Stromzufuhr in die Palästinensergebiete erwogen. Entsprechende Schritte stoppte das Büro des Premierministers aber mit der Sorge, der internationale Druck auf Israel könnte zunehmen, weil es der Bevölkerung im Westjordanland schade. Selbst während des Gaza-Konfliktes im vergangenen Sommer stellte das Unternehmen dem Gazastreifen Elektrizität zur Verfügung und reparierte die durch Kriegshandlungen zerstörte Infrastruktur auf beiden Seiten.

Von: gwu

Sie können sich über Disqus, Facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen ein, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsachliche Formulierungen oder externe Links enthalten. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1.600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungs- bedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus