Im Gedenken an den ermordeten Tourismusminister Se'evi legte Staatspräsident Rivlin einen Kranz nieder.
Im Gedenken an den ermordeten Tourismusminister Se'evi legte Staatspräsident Rivlin einen Kranz nieder.

Rivlin: Se‘evi ist Vorbild für Geradlinigkeit

JERUSALEM (inn) – Israelische Politiker haben an den vor 13 Jahren ermordeten Tourismusminister Rehavam „Gandhi“ Se‘evi erinnert. Staatspräsident Reuven Rivlin würdigte ihn als geradlinigen Politiker, der wegen seiner Streitkultur als Vorbild dienen könne.

Se‘evi sei ein „Mann der geradlinigen politischen Wahrheit“, sagte Rivlin bei der Gedenkveranstaltung am Donnerstag laut Mitteilung des Präsidialamtes. Der ehemalige Minister sei nicht einmal bereit gewesen, um Israels willen zu lügen – was der 2012 verstorbene Premierminister Jitzhak Schamir einst für rechtmäßig erklärt hatte.

„Man kann, und aus meiner Sicht muss man auch, über den Inhalt der Wahrheit diskutieren, die Gandhi präsentierte“, betonte Rivlin. Aber jeder müsse Se‘evis ethischen Standpunkt gegenüber den eigenen Überzeugungen schätzen. Als Beispiel für eine persönliche Meinungsverschiedenheit nannte das Staatsoberhaupt die Forderung des früheren Tourismusministers, Araber nach Jordanien zu transferieren. Er selbst hingegen glaube „an das Recht der Bewohner dieses Landes, im Staat Israel als gleichberechtigte Bürger zu leben, Juden und Araber gemeinsam“. Trotz dieser und anderer Streitpunkte seien ihre Diskussionen von der gemeinsamen Liebe zum Land Israel gespeist gewesen.

Rivlin kam zu dem Schluss: „Gandhis Stimme fehlt heute im israelischen Gespräch. Sie fehlt gewiss seinen Unterstützern, die ihren Anführer verloren haben, aber sie fehlt auch seinen Gegnern, die einen Rivalen verloren haben, der eine innere Wahrheit hatte. Einen Menschen, von dem man lernen kann, wie man einen geraden Weg geht.“

Netanjahu: „Israelis wissen Heldentum der Soldaten zu schätzen“

Regierungschef Benjamin Netanjahu bescheinigte Se‘evi einen „Geist zionistischer Begeisterung“, der immer noch unter den Israelis lebendig sei. Hinzu komme „ein Glaube an die Gerechtigkeit des Weges, der unzertrennbaren Verbindung zwischen unserem Volk und unserem Land, unserer Heimat, dem Geist des gesamten und vereinten Jerusalems, der Stadt, in der er geboren wurde und in der er 75 Jahre später zur ewigen Ruhe gebettet wurde“.

Weiter sagte der Premierminister nach Angaben seines Büros: „Gandhi wusste, dass die Grundlage des zionistischen Unternehmens Ausdauer und Kaltblütigkeit erfordert. Er pflegte seinen Lehrer und Rabbi Jitzhak Tabenkin zu zitieren, der gesagt hatte: ‚Bei jeder Schicksalsfrage frage ich immer zwei – meinen Großvater, was er sagen würde, und meinen Enkel, was seine Meinung ist. Ohne die beiden treffe ich keine einzige bedeutsame Entscheidung.‘ Ich muss Ihnen sagen, dass ich diese Beratung mit meinem Vater, seligen Andenkens, und mit meinen Söhnen führe, die sich bemühen, mir ihre Meinung ohne Unterlass zu sagen.“

Die jüngste Offensive gegen die Terrorinfrastruktur im Gazastreifen habe gezeigt, dass das Erbe des ehemaligen Palmach-Kämpfers und Generalmajors Se‘evi gegenwärtig sei. „Unser Volk leidet nicht unter einem Phänomen, das andere Völker heimsucht und das der englische Schriftsteller Rudyard Kipling treffend beschreibt: ‚diejenigen, die über die Uniformträger spotten, die sie beschützen, während sie schlafen‘. Unser Volk weiß den Wert des Heldentums unserer Soldaten zu schätzen.“

An der Gedenkveranstaltung nahmen auch Knessetabgeordnete und Angehörige der Familie Se‘evi teil. Am 17. Oktober 2001 hatten vier Palästinenser den 75-jährigen Tourismusminister in einem Jerusalemer Hotel erschossen. Die Mörder gehören der marxistischen „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLP) an.

Von: eh

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