Jitzhak Herzog hat an Abbas appelliert, auf einseitige Schritte zu verzichten.
Jitzhak Herzog hat an Abbas appelliert, auf einseitige Schritte zu verzichten.

Abbas empfängt Oppositionsführer Herzog

RAMALLAH (inn) – Die Palästinenser halten daran fest, bei den Vereinten Nationen die Erstellung eines Zeitplanes für die Errichtung eines palästinensischen Staates zu fordern. Das erklärte Präsident Mahmud Abbas am Mittwoch bei einem Treffen mit Israels Oppositionsführer Jitzhak Herzog in Ramallah.

Die angestrebten Forderungen bei den Vereinten Nationen hätten das Ende des Nahostkonfliktes zum Ziel, betonte Abbas bei dem Treffen in seiner Residenz. Die Lösung seien zwei Staaten, die Seite an Seite in Frieden und Stabilität lebten.

Herzog erklärte, dass die Mehrheit der Israelis eine Zweistaatenlösung unterstütze. Der Vorsitzende der Arbeitspartei forderte Abbas auf, auf einseitige Schritte vor den UN zu verzichten, auch, wenn es derzeit keine diplomatischen Fortschritte gebe. Nur direkte Verhandlungen könnten beide Seiten weiterbringen, so Herzog.

Die linksgerichtete Meretz-Partei kritisierte Abbas für die Zusammenkunft mit Herzog. Wie die Tageszeitung „Ha‘aretz“ meldet, hatte ein Berater von Abbas der Meretz-Vorsitzenden Sahava Gal-On versprochen, dass sich der Präsident vor seinem geplanten Besuch bei den Vereinten Nationen zuerst mit ihr treffen werde, und mit keinem anderen israelischen Vertreter. Nach Bekanntwerden des Treffens zwischen Abbas und Herzog kündigte Gal-On an, sie wolle Abbas nun erst nach dem Besuch bei den UN treffen.

Abbas will sich am Freitag in Paris mit Frankreichs Präsident François Hollande treffen und bei diesem um Unterstützung für seinen Vorstoß bei den UN werben. Von dort soll es weiter nach New York gehen, wo er an der UN-Generalversammlung teilnehmen wird, die am 24. September beginnt.

Von: dn