V.l.n.r.: Der Sprecher des Kongresses, John Boehner, Schimon Peres, US-Vizepräsident Joe Biden
V.l.n.r.: Der Sprecher des Kongresses, John Boehner, Schimon Peres, US-Vizepräsident Joe Biden

Peres würdigt Amerikas Rolle in der Welt

WASHINGTON (inn) – Der scheidende israelische Präsident Schimon Peres hat in einer Rede vor dem US-Kongress das globale Eintreten der USA für Frieden und Freiheit gewürdigt. Er erhielt die Goldene Ehrenmedaille des Kongresses.

Peres blickte in seiner Rede bewegt auf seinen eigenen Werdegang zurück. „Viele Leute nennen mich einen Träumer“, sagte er, „und ich denke, das ist der Grund, warum ich mich hier in Amerika immer zuhause gefühlt habe.“ Den Vereinigten Staaten sei das Privileg gegeben worden, die Träume der Menschheit zu tragen. Er selbst habe sich als kleiner Junge nicht träumen lassen, dass ihn das Leben in hohe militärische und politische Ämter führen würde, um das Aufblühen seines Landes zu begleiten.

Die USA seien ein Land nicht für die Verzagten, sondern für die Wagemutigen, die mit einem Pioniergeist hart arbeiten wollten und alle ihre Ziele für erreichbar erachteten. Als er selbst noch kein Wort Englisch sprach, habe David Ben-Gurion ihm geraten: „Studiere den Amerikanischen Traum.“

International sei Amerika nicht durch Nehmen, sondern durch Geben groß geworden. Bis heute sei das Land die einzige Supermacht, die niemals versucht habe, ein Imperium zu werden. Die internationale Zusammenarbeit mit den USA sei für Frieden, Sicherheit und Freiheit wichtig. Die Vereinigten Staaten und Präsident Barack Obama seien gute Freunde Israels, „ich danke ihnen im Namen meines Volkes für ihren Beistand“, sagte Peres. Als drängendste globale Herausforderungen benannte er Terrorismus und Armut. Er führte aus, dass man Terrorismus auch an seinen Wurzeln bekämpfen müsse, also bei seiner Finanzierung und der in manchen Gesellschaften verbreiteten Akzeptanz. Die Araber seien dabei nicht die Feinde Israels, sondern gemeinsam mit Israel Opfer der Terroristen, denen das Handwerk gelegt werden müsse.

Zweithöchste Auszeichung für Peres

Peres beendete seine Rede vor beiden Kammern des Kongresses mit einem Ratschlag: „Wenn wir auf Israels Geschichte zurückblicken, dann haben sich unsere Träume nicht als zu kühn, sondern als zu klein erwiesen. Weil Israel viel mehr erreicht hat, als ich es mir je hätte vorstellen können, bitte ich euch nur um eins, ihr Vereinigten Staaten von Amerika, du mächtige Nation von Träumern. Träume nicht klein. Du bist großartig. Träume groß.“

Peres erhielt die Goldene Ehrenmedaille des Kongresses, die neben der Präsidialen Freiheitsmedaille die höchste Auszeichnung der Vereinigten Staaten ist. Die Freiheitsmedaille erhielt Peres bereits vor zwei Jahren von Obama.

Von: mb