Dschibril Radschub hat schon mehrfach mit radikalen Äußerungen von sich Reden gemacht.
Dschibril Radschub hat schon mehrfach mit radikalen Äußerungen von sich Reden gemacht.

Dschibril Radschub: Vielleicht sollte Israel „entfernt“ werden

TEL AVIV (inn) – „Die Israelis sollten sich entscheiden, ob sie Teil des Nahen Ostens sein wollen. Wenn Israel ein Fremdkörper ist, sollte es entfernt werden.“ Dies sagte der palästinensische Fatah-Politiker Dschibril Radschub am Mittwoch in einem Interview mit dem israelischen Nachrichtensender „i24News“.

In dem Gespräch machte Radschub deutlich, dass er eine friedliche Übereinkunft zwischen Israel und den Palästinensern als sehr wichtig für die ganze Region betrachte: „Friede ist nicht ein palästinensisches Interesse, es ist ein internationales – und das Interesse der Welt ist es, diesen Kampf zu beenden. Ich glaube, es ist auch ein israelisches Interesse – Israel sollte sich entscheiden, ob es Teil des Nahen Ostens oder ein Fremdkörper ist. Wenn Israel ein Fremdköper ist, sollte es entfernt werden“, sagte der frühere Sicherheitsbeauftragte des Westjordanlandes.

Kritik an der Hamas

Der Hamas warf Radschub in dem Interview Orientierungslosigkeit vor. Sie habe zu großes Vertrauen in ihre Verbindungen zur ägyptischen Muslimbruderschaft gesetzt. Das sei falsch gewesen. Er rät der regierenden Partei im Gazastreifen, die Dinge aus dem Blick einer palästinensischen Freiheitsbewegung zu betrachten und aus dieser Sichtweise heraus zu handeln.

Streitbare Äußerungen

Im Juni war der Politiker Radschub von einer Veranstaltung der linksgerichteten Meretz-Partei ausgeschlossen worden. Verteidigungsminister Mosche Ja’alon erklärte damals: „Ich entschied, Dschibril Radschub die Einreise nach Israel zu verbieten – trotz der Tatsache, dass er in der israelischen Presse manchmal beinahe als ein liebenswerter Charakter dargestellt wird. In Wahrheit ist das eine Person, die auf eine sehr ernste Weise gegen den Staat Israel aufhetzt.“ In seiner Funktion als Vorsitzender des Palästinensischen Olympischen Komitees hatte Radschub im Juli 2012 die Petition für eine Schweigeminute für die 1972 in München ermordeten elf israelischen Athleten als „rassistisch“ bezeichnet. In diesem Sommer hatte er erklärt: „Wenn wir eine Atombombe besäßen, würde ich sie morgen auf Israel werfen.“

In dieser Woche war Radschub mit seiner Aussage zu dem palästinensischen Anschlag auf ein 9-jähriges Mädchen im Westjordanland aufgefallen. Laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ sagte er, die israelische Regierung trage daran die Hauptschuld, weil sie den Bau von Siedlungen im Westjordanland erlaube (Israelnetz berichtete).

Von: sam