Präsident Peres erhebt das Glas auf die Oberrabbiner Lau (r.) und Josef (l.)
Präsident Peres erhebt das Glas auf die Oberrabbiner Lau (r.) und Josef (l.)

Oberrabbiner offiziell im Amt

JERUSALEM (inn) – Israels Staatspräsident Schimon Peres hat am Mittwoch die beiden neuen Oberrabbiner vereidigt. Justizministerin Zippi Livni betonte während der Zeremonie, dass eine Balance zwischen dem jüdischen und dem demokratischen Staat wichtig sei.

Peres sagte bei der Vereidigung laut einer Mitteilung des Präsidialamtes: „Das Volk Israel braucht Sie heute, vielleicht mehr denn je, und es dürstet danach, dem freundlichen Angesicht der jüdischen Tradition zu begegnen. Das Volk Israel betet für ein angesehenes und geschätztes Rabbinat, das für die Einheit des Volkes tätig sein wird – ein Rabbinat mit einer Seele, das einen großen Geist in die Werte der Ewigkeit und in das tägliche Leben zurückbringt. Es erhebt seine Augen zu Ihnen, damit Sie es an das erinnern, was in ihm verborgen ist, in seiner Vergangenheit und in seiner Zukunft. Mögen Sie es verstehen, Fernstehende einander nahezubringen, Unterschiede zu respektieren und die Zehn Gebote zu erheben.“

Der aschkenasische Oberrabbiner David Lau sprach in seiner Rede die Sorge um den einzelnen Bürger an: „Unser Ersuchen ist es, an jeden und jede aus dem Volk Israel zu denken und nach ihrem Wohl zu streben – das Erbe weiterzubringen und die Weisung des Judentums für die israelische Allgemeinheit zu erleuchten.“ Mit Bezug auf das Problem einer Israelin, die sich nach dem religiösen Gesetz nicht von ihrem im Wachkoma liegenden Mann scheiden lassen kann, fügte er hinzu: „Ich werde jeden Stein im jüdischen Bücherregal umdrehen, um die angemessene Lösung zu finden.“ Der Aschkenase ist Rabbiner in der 39. Generation.

Sowohl Laus Vater als auch der seines sephardischen Kollegen Jitzhak Josef waren in früheren Jahren Oberrabbiner. Und so erinnerte Josef an seinen ersten Besuch in der Residenz des israelischen Staatspräsidenten – vor 40 Jahren bei der Vereidigung seines Vaters. Dieser habe den anderen Rabbinern geraten, der Öffentlichkeit keine Hindernisse in den Weg zu legen und Prozesse nicht in die Länge zu ziehen, ohne dass die Probleme der betroffenen Menschen gelöst werden. Der Tageszeitung „Jerusalem Post“ zufolge ergänzte der Sepharde, er wolle dem Beispiel seines Vaters folgen.

„Es ist unsere Aufgabe, dem Vertrauen gerecht zu werden, das man in uns gesetzt hat“, zitiert das Präsidialamt Josef. „Ich habe vor, das Gebot, Herzen zueinanderzubringen, zu halten. Ich rufe alle auf: Geben Sie uns die Gelegenheit, die Einrichtung des Rabbinates nach oben zu bringen. Ein System, das unter Delegitimierung leidet, wird nicht handeln können.“

„Annäherung, nicht nur Verbote“

Justizministerin Livni forderte die beiden Oberrabbiner dazu auf, eine Balance zwischen dem jüdischen und dem demokratischen Staat Israel zu finden. Lau und Josef sollten ein Judentum fördern, das gemäßigt sei, die Hand ausstrecke und umarme. Sie wünsche sich, dass auch ihre Söhne dies an ihre Kinder weitergäben. „Es ist meine Hoffnung, dass Sie das Judentum zu etwas machen, das annähert, und nicht nur zu einer Liste von Verboten, die entfernt“, sagte Livni weiter. „Friede mit unseren Nachbarn ist nicht genug, wenn es keinen Frieden in uns gibt.“

Der stellvertretende Religionsminister Rabbi Eli Ben Dahan hielt ebenfalls eine Ansprache: „Die Oberrabbiner gehören dem ganzen Staat Israel und führen den ethischen, religiösen und geistlichen Bereich nach den Werten der Torah. Ich bin sicher, dass Sie uns alle auf einer Wertestufe führen werden und die große Öffentlichkeit mit jener Tradition verknüpfen werden, die die Generationen verbindet, die sie im Vaterhaus aufgesogen haben.“

Die beiden Amtsvorgänger Schlomo Amar und Jona Metzger waren bei der Zeremonie nicht zugegen. Oberrabbinatssekretär Oded Weiner erklärte dies gegenüber dem Nachrichtenportal „Arutz Scheva“ damit, dass sie keine Einladung erhalten hätten.

Lau und Josef waren am 24. Juli zu den neuen Oberrabbinern gewählt worden (Israelnetz berichtete). Ihre Amtszeit währt zehn Jahre.

Von: eh

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