Die Erstürmung der Mavi Marmara 2010 brachte eine türkisch-israelische Eiszeit.
Die Erstürmung der Mavi Marmara 2010 brachte eine türkisch-israelische Eiszeit.

Türkei und Israel treffen Einigung

JERUSALEM (inn) – Ein Schritt in Richtung Versöhnung: Israel und die Türkei haben am Montag in Jerusalem einen Einigungsentwurf erreicht. Dabei geht es um die Entschädigung für die Opfer, die bei der Erstürmung des türkischen Schiffs Mavi Marmara 2010 ums Leben gekommen sind.

Eine Delegation um den stellvertretenden türkischen Außenminister und israelische Regierungsvertreter haben den Einigungsentwurf am Montag bei einem Treffen in Jerusalem erreicht. Das berichtet die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Eine endgültige Abmachung werde bald erwartet, meldet das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu. Details der aktuellen Abmachung wurden vom Büro nicht veröffentlicht. „Weitere Klärung“ in „ein paar Punkten“ sei noch nötig.

Im März hatte US-Präsident Barack Obama während seines Israel-Besuchs die Führungen der beiden Staaten zu einem Telefongespräch zusammengebracht. Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan erhielt eine offizielle amerikanische und israelische Erklärung zu einem Telefongespräch mit Obama und dem israelischen Regierungschef Netanjahu. Der Israeli äußerte darin „Bedauern“ für die Todesopfer und „entschuldigte“ sich beim türkischen Volk nur für „unbeabsichtigte operative Fehler“. „Bedauern“ für die Toten hatte der israelische Regierungschef schon zuvor geäußert.

Bei der Razzia der israelischen Marine auf dam türkischen Schiff Mavi Marmara 2010 hatte es neun Tote unter den türkischen Aktivisten gegeben und Verletzte auf beiden Seiten. Für Israel war das Entsenden der Mavi Marmara mit bewaffneten Aktivisten an Bord ein türkischer Kriegsakt. Genauso betrachteten die Türken das Kapern des Schiffes und die Toten als „Kriegserklärung“.

Von: ms