Polen empört über X-Post von Yad Vashem

Von Israelnetz

Polen hat den israelischen Botschafter Ja’akov Finkelstein am Montag einbestellt. Anlass war ein Post der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem auf der Plattform X. Darin hieß es, Polen sei das erste Land gewesen, in dem Juden einen Gelben Stern tragen mussten. Polens Außenminister Radoslaw Sikorski kritisierte, der Post mache nicht deutlich, dass die deutschen Besatzer für die Maßnahme verantwortlich gewesen seien. Yad Vashem stellte dies in einer Antwort klar, doch Sikorski forderte eine Änderung des ursprünglichen Posts. (aee)

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10 Antworten

    1. @Ute Engels
      Sachgerecht diplomatisches Handeln und Reagieren, ohne das Lärmschlagen im grellen Licht der Öffentlichkeit, ist ebenfalls sehr wichtig. Zu einem solchen Verhalten aber kann sich Außenminister Sikorski, ein Feind Israels, nicht immer entschließen.
      Am Post von Yad Vashem würde ich keine Silbe ändern. Meine Meinung ist allerdings völlig bedeutungslos.

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  1. Mann oh Mann, man kann sich das Leben auch unnötig schwermachen. Was ist jetzt das Problem, den Post Yad Vashems zu ändern: … „Polen ist UNTER BESATZUNG DEUTSCHLANDS das erste Land gewesen, in dem Juden einen Gelben Stern tragen mussten.“ Weil dies nicht ordnungsgemäß erfolgte, (wobei das jeder der in Geschichte nicht eine volle Niete ist, selbst weiß) macht Polens Regierungschef Donald Tusk Zoff. Herr Finkelstein, stellen Sie das richtig und gut ist.

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    1. @ Ella

      Das Problem wird darin liegen, dass da ein schlechtes Gewissen drückt. Schließlich gingen die Polen auch nicht gerade sehr nächstenliebend mit ihren jüdischen Mitbürgern um. Nicht vor, während oder nach Machtergreifung der Nazis (siehe Kommentar von B.B).

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  2. Polen haben unsagbar und dem Massenterror der Wehrmacht samt Verbündeter gelitten. Und auch unter fast Vergleichbaren aus östliche Richtung (Katyn uvam).

    Aber jed Ding hat zwei Seiten.

    Bis vor einigen Jahren war es in Poland noch strafbewehrt, auf folgenden (dokumentierten) Sachverhalt hinzuweisen:

    Die aufgebrachten Polen trieben das gesamte Schtetl in die Synagoge. Sperrten diese zu. Und hatten auf einmal Benzinkanister bei sich. Die sie johlend auf die Synagogenwände schütteten und in Brand setzten. Mehrere hundert ostpolnischer Juden, Vom Greis bis zum Neugeboren, verbrannte oder erstickte jammervoll.

    Einige SS-Angehörige, aber auch „normale“ Wehrmachtsangehörige beobachteten und filmten das Ganze johlend aus sicherer Entfernung.

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    1. @B.B.
      Vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Eine erschütternde Lektüre in diesem Zusammenhang ist das Buch von Anna Bikont: Wir aus Jedwabne. Berlin: Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, 2020. 699 S.
      10. Juli 1941: Pogrom in der polnischen Kleinstadt Jedwabne. Die Täter sind Polen. Hunderte Opfer: Männer, Frauen, Kinder. Verbrannt in einer Scheune. – Aber Anna Bikont berichtet nicht nur von diesem Verbrechen. Sie porträtiert eine Stadt und ihre Bewohner.
      Hier ein Zitat (S. 486):
      Anna Bikont fragt Antonina Wyrzykowska, wie vielen Menschen sie denn erzählt habe, dass sie Juden versteckt und gerettet hat.
      Antonina antwortet unter anderem: „“Wenn man einen Juden zum Freund hat, hat man die Polen sofort zu Feinden. Warum das so ist – ich weiß es nicht. [. . .] In Amerika habe ich einem Priester in Chicago gebeichtet, dass ich Juden gerettet habe und täglich für sie bete. Er hat nicht gesagt, dass man das nicht darf, also ist es offensichtlich keine Sünde. In Polen würde ich einem Priester solche Sachen nie erzählen, um nichts in der Welt.“

      Wichtig auch das Buch von Jan Tomasz Gross: Angst – Antisemitismus nach Auschwitz in Polen. Berlin: Suhrkamp Verlag, 2012. 454 S. (J.T. Gross geht auf die Pogrome von Rzeszów, Krakau und Kielce 1945/46 ein.)

      Es geht weder um Schuldzuweisung noch um Anklage. Festzuhalten ist: Antisemitismus hat es auch in Polen gegeben – vor 1939 und danach. Bis heute. Polen unterscheidet sich nicht von zahlreichen anderen Ländern. Ich bin zu unwissend, um mir über die mögliche Verbindung zwischen Katholizismus und Antisemitismus in Polen ein Urteil anzumaßen.

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    1. Unverständlich und eher entlarvend, wenn so vehement auf absolute Unschuld beharrt wird.
      Jeder weiß, oder könnte wissen, dass Polen das erste Land war, welches die Nazis überfielen.
      Das Zugeben und Aufarbeiten von Tatsachen – wie von @B.B. genannt – wäre glaubwürdiger und sympathischer.

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      1. @Gisele
        Vielleicht ein paar Worte zum jetzigen polnischen Außenminister. – Radosław Tomasz Sikorski ist eine schwer durchschaubare Person. Nicht untypisch für einen Politiker. Gibt sich gern als eine Art Hardliner. Hat mehrmals Falschnachrichten verbreitet. Korruption konnte nicht nachgewiesen werden.

        Im Wikipedia-Artikel ist unter anderem zu lesen (nur in der englischen Fassung!):
        „In August 2025, Sikorski accused Israel of using ‚excessive force‘ in the Gaza war. He urged Israel to ‚respect international humanitarian law‘ in the Gaza Strip and the occupied West Bank, saying that ’no one has the right to cause children to starve‘. Sikorski also said that Poland recognized the Palestinian state many years ago and has always condemned illegal Israeli settlements in the West Bank.“
        —————
        Fazit: Sikorski ist ein Politiker wie viele Gleichgestimmte mit verdrehten, israelfeindlichen Ansichten – wie z.B. der Deutsche Wadephul, nur intelligenter, redegewandter, zupackender.

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  3. Bin gespannt, wie Polen erst auf das aktuelle Urteil des EuGH zur Umsetzung der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen reagieren wird. Wobei, diese Entscheidung wird wohl auf alle EU-Staaten zu übertragen sein.

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