Kapitän Ciro Pinto teilte dem italienischen Rundfunk mit, sechs Männer in einem kleinen weißen Boot hätten sich der „Melody“ genähert. Sie hätten mit automatischen Waffen das Feuer auf das Schiff eröffnet. Daraufhin habe das israelische Sicherheitspersonal Pistolen erhalten und zurückgeschossen.
„Ich fühlte mich wie in einem Krieg“, sagte Pinto. „Sie versuchten, eine Leiter mit Haken anzubringen. Sie kletterten hinauf, also reagierten wir. Wir begannen zu schießen. Als sie uns schießen sahen – wir haben sie sogar mit Feuerwehrschläuchen mit Wasser bespritzt -, gaben sie auf und traten den Rückzug an.“ Die Seeräuber hätten das Kreuzfahrtschiff noch 20 Minuten verfolgt und die ganze Zeit geschossen. „Die Passagiere waren währenddessen in der Kabine.“ Niemand sei verletzt worden, nur zwei Menschen hätten leichte Kratzer erhalten, als sie ausrutschten.
„Israelische Sicherheitskräfte am besten trainiert“
Der Chef der italienischen Reederei „MSC Crocieres“, Domenico Pellegrino, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur ANSA, man habe die Israelis bewusst eingestellt. Denn sei seien die am besten trainierten Sicherheitsagenten.
Das Schiff setzte seine Fahrt wie geplant zum Hafen der jordanischen Stadt Akaba am Roten Meer fort. Es befindet sich auf einer 22-tägigen Kreuzfahrt vom südafrikanischen Durban zur italienischen Stadt Genua.
Im vergangenen Jahr haben Piraten vor der somalischen Küste mehr als 100 Schiffe angegriffen. Nach Einschätzung von Experten haben sie bei jeder erfolgreichen Enterung etwa eine Million Dollar erbeutet.