Philistische Schweinerei

TEL AVIV / DURHAM (inn) – Mit den Philistern sind seinerzeit auch europäische Schweine nach Israel eingewandert. Dies haben israelische Forscher in Kooperation mit der Universität Durham in England herausgefunden.
Die Philister haben offenbar europäische Wildschweine nach Israel importiert.
Die Philister haben offenbar europäische Wildschweine nach Israel importiert.

Nach Angaben der Tageszeitung „Ha‘aretz“ prüften sie die Genetik der Schweine in der Welt. Sie kamen zum Schluss, dass es drei Schweinsfamilien gibt: eine europäische, eine nahöstliche und eine fernöstliche. Wildschweine haben sich in ganz Israel zu einer Plage vermehrt.
Meirav Meiri von der archäologischen Abteilung der Universität Tel Aviv hat 25 Wildschweine aus Israel untersucht. Dabei hat sie festgestellt, dass ihre genetische Signatur sie zur europäischen Art zuordnet und dass sie nicht mit ihren nahöstlichen Artgenossen in der Türkei, in Syrien und in Ägypten verwandt seien. Das bedeutet, dass sie irgendwann von Europa nach Israel gekommen sind und die einheimische Schweinsbevölkerung verdrängt haben.
Die ältesten Schweineknochen wurden an neolithischen Stätten aus der Zeit von etwa 9500 vor Christus gefunden, während die jüngsten Knochenfunde aus dem Mittelalter vor circa 800 Jahren stammten. Bis in die Bronzezeit und frühen Eisenzeit, etwa 1000 vor Christus, zählten die Wildschweine noch zur nahöstlichen Gruppe. Ein Jahrhundert später, auf dem Höhepunkt der Eisenzeit, ergaben Knochenproben eine dramatische Vermehrung der europäischen Schweine.
Das entspricht der Ankunft der Philister, die von der Ägäis eingewandert sind und sich entlang an der Küste des heutigen Israel, in Gaza, Aschkelon und Aschdod niedergelassen hatten. Wahrscheinlich haben die Philister die europäischen Wildschweine mit ihren Schiffen importiert, behaupten die Forscher. Von Philistern entflohene Wildschweine dürften mit der Zeit die eingeborenen nahöstlichen Wildschweine verdrängt und den Grundstock für die heutige Plage gelegt haben.
Die Philister beherrschten den Küstenstreifen Israels während der Anfänge der israelitischen Monarchie und waren die Erzfeinde der Israeliten.
Für die Archäologen dienen Knochenfunde auch als Hinweis für die Zugehörigkeit der Fundstätten. Bei den Philistern und Kanaanäern wurden neben Schweineknochen sogar Hundeknochen in tönernen Suppentöpfen gefunden. Tel Ka‘efa, eine befestigte Stadt über dem Elah-Tal, wo sich König David und der philistische Goliath bekämpft haben, konnte einwandfrei als „israelitische“ Stadt identifiziert werden. Denn die Archäologen haben in ihr nur Knochen von „koscheren“ Tieren gefunden.

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