„Die Lage im Libanon hat sich verändert“, sagte Peres laut der Zeitung „Jediot Aharonot“. „Wir haben uns nicht verändert. Wir waren damals keine Feinde des Libanon und werden es auch in Zukunft nicht sein. Es gab damals und gibt heute keinen Grund dafür, dass der Libanon ein Feind Israels sein sollte, oder Israel ein Feind des Libanon. Wir wünschen dem libanesischen Volk Erfolg bei seiner Wiederherstellung. Und wir hoffen, dass zwischen uns ein Friedensbund und eine gute Nachbarschaft entsteht.“
Noch immer drohe den Israelis Gefahr aus dem Norden, so der Friedensnobelpreisträger. Der Zweite Libanonkrieg habe eine neue Wirklichkeit geschaffen. Die Hisbollah-Miliz habe Unglück über den Libanon gebracht. „Ihre ganze Ideologie ist Krieg und Zerstörung.“ Sie sei „eine kriegsdurstige Organisation in einem Land, das sich nach Frieden sehnt. Nicht Israel gefährdet den Iran, die Hisbollah ist zum Fluch geworden, der über dem Land der Zedern liegt“.
„Israel will sich nicht in die libanesische Politik einmischen“
Peres fügte hinzu: „Das israelische Interesse ist klar und deutlich: einen wirklich unabhängigen Libanon zu sehen. Ihn als normalen Staat ohne fremde Armee in seiner Mitte zu sehen.“ Israel habe keine Ambitionen gegen den Libanon. „Wir wollen kein Körnchen seiner Erde, keinen Tropfen seines Wassers, wir wollen uns nicht in seine Politik einmischen. Unser Bestreben ist es, in Frieden mit einem Libanon zu leben, der Frieden will. Die Raketenlager, die die Hisbollah auf libanesischem Land baut, sind eine Gefahr für den Libanon, mehr als für Israel. Die Unterordnung der Hisbollah unter das Ajatollah-Regime im Iran entbehrt einer jeglichen Logik – weil das Regime im Iran selbst eine Krise durchmacht. Viele Iraner wollen nicht für immer in Blut und Feuer leben, unter einem hysterischen Diktator.“
Der israelische Präsident erinnerte an die Zeit, in der es freundschaftliche Beziehungen mit den Bewohnern des Südlibanon gegeben habe – mit Christen sowie schiitischen und sunnitischen Muslimen. Er glaube, dass die Grenze nicht für immer geschlossen bleiben werde. „Die Zukunft gehört den Brücken, nicht den Raketen.“
Für Kirijat Schmonah hoffe er auf eine schnelle Beseitigung der Schäden aus dem Krieg vor drei Jahren und auf eine friedliche Zukunft. Erste Anzeichen dafür seien schon zu entdecken. Und er gehe davon aus, dass junge Generationen die Stadt voranbringen würden.