Peres steht Arabern im Nahen Osten Rede und Antwort

TAIBEH (inn) – Israels Staatspräsident Schimon Peres hat sich am Donnerstag Fragen von Bürgern aus arabischen und muslimischen Staaten gestellt. In einem Live-Gespräch mit dem arabisch-sprachigen Nachrichtenportal „Panet“ sprach er in Taibeh über Israels Ansichten im Blick auf die Gefahren im Nahen Osten.
Tausende Muslime und Araber aus dem Nahen Osten haben das Live-Gespräch mit Israels Staatspräsident Peres verfolgt.

Besucher des Internetportals hatten Gelegenheit, ihre Fragen live an Schimon Peres zu stellen. Anfragen kamen aus dem Iran, aus Syrien, Saudi-Arabien, Libyen, Jordanien, Ägypten und dem Libanon. Darin ging es vor allem um den Atomstreit mit dem Iran, die Nahost-Friedensverhandlungen und die Abriegelung des Gazastreifens, meldet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Aufgrund der Masse der Besucher brach die Internetseite zu Beginn der Sendung zusammen. Die Übertragung konnte danach jedoch fortgesetzt werden.
Ein Thema der Fragerunde war die Aufbringung des Waffenschiffes „Kos-C“ durch israelische Elitesoldaten im Roten Meer (Israelnetz berichtete). Peres betonte, der Iran sei das Zentrum für Terror und Massenvernichtungswaffen. Die Welt werde bald die wirklichen Intentionen des Iran erkennen.
Ein iranischer Internetsurfer frage den Präsidenten, ob dieser glaube, dass der Iran im Falle eines Friedensabkommens zwischen Israel und den Palästinensern den Staat Israel anerkennen und mit den Drohungen gegen das Land aufhören werde. Peres sagte dazu, er könne nicht verstehen, warum der Iran, der keine gemeinsame Grenze mit Israel habe, das Land zerstören wolle oder warum er Atomwaffen herstelle. Er betonte wie in früheren Reden, dass Israel keine Auseinandersetzung mit dem iranischen Volk habe, sondern nur mit der Führung in Teheran.

Abbas ist Partner für Frieden

Im Blick auf den Gazastreifen, der von Israel und Ägypten abgeriegelt wird, sagte Peres: „Wenn Gaza das Feuer einstellt, gibt es keine Notwendigkeit für eine Blockade. Eine Abriegelung ist nicht dazu gedacht, den Bürgern des Gazastreifens Ärger zu machen. Warum muss Gaza Millionen Dollar in Raketen investieren? Wissen Sie, was in Gaza wirklich passiert? Dort gibt es nicht nur die Hamas, es gibt vier oder fünf Terrorgruppen. Wir haben ein Interesse daran, dass Gaza offen und fortschrittlich wird.“
Über die Verhandlungen mit den Palästinensern sagte das israelische Staatsoberhaupt, er kenne den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas seit vielen Jahren und glaube, dass dieser ein seriöser Mann und ein wirklicher Partner für Gespräche ist. „Es stimmt, dass einige Israelis das anders sehen, aber Tatsache ist, dass wir mit ihm verhandeln.“

Israel ist nicht das „Herzproblem“

Am Ende der Sendung sagte Peres, die arabische Welt müsse seiner Ansicht nach lernen, zu verstehen, dass Israel nicht das Herzproblem ist. Israel sei daran interessiert, dass sich die arabische Welt entwickle und denselben Erfolg wie Israel durch technische Innovationen erlebe.
Der Tageszeitung „Jerusalem Post“ zufolge sei anhand der gestellten Fragen erkennbar, dass Israels Handeln von der arabischen Welt genau verfolgt werde – nicht nur von führenden Persönlichkeiten, sondern auch vom Volk.
Die arabische Nachrichtenseite „Panet“ gilt laut dem Bericht als sehr beliebt bei israelischen Arabern, sie wird auch von Lesern in vielen anderen Ländern des Nahen Ostens besucht.

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