Peres: Israelis können von Drusen lernen

AKKO (inn) – Staatspräsident Schimon Peres hat die Drusen als Vorbild in der israelischen Gesellschaft bezeichnet. Am Sonntag besuchte er in Galiläa führende Vertreter der Glaubensgemeinschaft anlässlich des islamischen Opferfestes „Eid al-Adha“.
Israels Präsident Peres hat der drusischen Führung einen Besuch abgestattet.

Foto: Israelisches Präsidialamt

Israels Präsident Peres hat der drusischen Führung einen Besuch abgestattet.

Peres war im Hause von Scheich Muwafak Tarif in der Ortschaft Dshulis östlich der Küstenstadt Akko zu Gast. Hunderte führende Vertreter der drusischen Gemeinschaft waren dort zugegen. Das Staatsoberhaupt begab sich auch zum Grab des vor 20 Jahren verstorbenen Scheiches Amin Tarif, der mehr als 60 Jahre lang der religiöse Führer der Gemeinschaft war. Dieses Amt hat sein Sohn Muwafak von ihm übernommen.
„Die drusische Gemeinschaft ist ein Beispiel und ein Vorbild in der israelischen Gesellschaft. Nämlich für eine Gemeinschaft, die eine Lebensweise bewahrt und gleichzeitig in eine neue Welt eintritt“, sagte Peres laut einer Mitteilung des Präsidialamtes. „Ich bin stolz auf die Mitglieder der drusischen Gemeinschaft, auf ihren Beitrag für die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte und für den Sicherheitsapparat als herausragende Soldaten und Offiziere und für den Staat Israel.“
Der Präsident fügte hinzu: „Scheich Amin Tarif, seligen Andenkens, ein großer Mann und eine geschätzte Führungspersönlichkeit, hat die Grundlagen für die wunderbaren Beziehungen zwischen Juden und Drusen gelegt. Wir müssen die warmen Beziehungen wahren. Das drusische Volk ist fleißig und kann ein Wegbereiter auf jedem Gebiet sein, auch in Wissenschaft und Technologie.“

Sorge um Drusen in Syrien

Scheich Mufawak Tarif entgegnete, der Ort Dschulis habe eine historische Bedeutung für die Entstehung der Beziehung zwischen der drusischen Gemeinschaft und dem Staat Israel. „Wir setzen den Weg von Scheich Amin Tarif, seligen Andenkens, fort, wenn wir immer den höchsten Wert vor Augen haben. Das ist die Beziehung und die Verpflichtung gegenüber dem Staat Israel. Wir vertrauen auf den Staat Israel und hoffen, dass der Friede kommen wird und wir Ruhe in der Region gewinnen werden.“
Der Scheich wies darauf hin, dass die Gemeinschaft ernsthaft besorgt sei um ihre Angehörigen in Syrien. „Wir vertrauen auf die Staatsführung und hoffen, dass der Staat Israel uns in der Stunde der Prüfung nicht im Stich lassen wird.“
Peres lobte die Vernichtung der chemischen Waffen in Syrien und sagte weiter: „Ich empfinde wie Sie Ihre Sorge um Ihre Brüder in Syrien. Wir haben kein Interesse daran, die arabische Welt leiden zu sehen, die Särge der Kinder, Millionen unschuldiger Flüchtlinge. Das Problem ist existenziell und nicht nur politisch, und der Staat Israel muss alles tun, was möglich ist, um die Region zu beruhigen und den Terror zu verringern. Der Terror hat keine Front und keine politische Einigkeit, er spaltet und sät Zerstörung an jedem Ort im Nahen Osten und in der ganzen Welt.
Seit fast vier Jahrhunderten ist die Familie Tarif für die Leitung der drusischen Gemeinschaft zuständig. Amin Tarif erhielt 1990 den Israel-Preis für seinen besonderen Beitrag für Gesellschaft und Staat. Muwafak Tarif wurde in Gaza geboren und hat im Libanon studiert. Im Jahr 2010 erhielt er den Ehrendoktor der Universität Haifa, weil er junge Drusen zum Wehrdienst und zur Ausbildung in höheren Bildungseinrichtungen in Israel ermuntert.

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