Peres empfängt Muslime zum Fastenbrechen

JERUSALEM (inn) – Israels Staatspräsident Schimon Peres hat am Sonntagabend mehrere Führer der muslimischen Gemeinschaft des Landes zum traditionellen Fastenbrechen in seiner Residenz in Jerusalem empfangen. Dabei zeigten sich die israelischen Araber besorgt über die sogenannten „Preisschildattacken“.
Israels Staatspräsident Schimon Peres beim Fastenbrechen mit dem Scharia-Richter Daud al-Seini.

Die Araber seien besorgt über schwelenden Hass und Intoleranz, sagte Kadi Daud al-Seini vom Scharia-Berufungsgericht. Er bat den Präsidenten, seinen Einfluss zu nutzen und zu verhindern, dass sich der „Preisschild-Krieg“ in etwas Gefährlicheres verwandle. Bislang beschränkten sich die Angriffe jüdischer Extremisten auf arabisches Eigentum. Es sei jedoch nur eine Frage der Zeit, bis Menschen zu Opfern würden, sagte Al-Seini laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Er kritisierte, dass die Angreifer nicht angemessen oder in einigen Fällen gar nicht bestraft würden.
Im Blick auf die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern betonte der Richter, ohne Gespräche und gemeinsame Vereinbarungen sei jede vorgeschlagene Lösung des Konflikts zum Scheitern verurteilt. „Lasst uns beten, dass der Friedensprozess hoffentlich erneuert wird und Frucht bringt.“
Peres lobte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas für ihre „mutige und nicht einfache Entscheidung“, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Er zweifle nicht daran, dass während der Gespräche Schwierigkeiten auftreten würden, „aber es gibt derzeit keine Alternative zum Frieden – nicht für die Palästinenser und nicht für Israel“.
Während des Ramadan verzichten Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Getränke und Speisen. Danach wird das Fasten in einem meist gemeinschaftlichen Abendessen, dem „Iftar“, täglich „gebrochen“. In diesem Jahr begann der Ramadan am 9. Juli. Er endet am 10. August mit dem Fest des Fastenbrechens, dem „ Eid al-Fitr“.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen