Wie die Tageszeitung „Jediot Aharonot“ meldet, fand ein Enkel Sonja Peres leblos in ihrer Wohnung auf. Ehemann Schimon Peres, der sich in Jerusalem mit der französischen Außenministerin getroffen hatte, brach nach der Todesnachricht sofort nach Tel Aviv auf.
Sonja Peres wurde 1923 in Polen geboren. Vier Jahre später wanderte ihre Familie ins damalige Mandatsgebiet Palästina aus. Ihr Vater war Schreiner und Lehrer. Den gleichaltrigen Schimon Peres lernte sie im Jugenddorf Ben Schemen kennen. 1942 ließ sie sich bei der britischen Armee registrieren, um gegen Nazideutschland zu kämpfen. Sie arbeitete mit etwa 100 Krankenschwestern aus Israel in einem Krankenhaus in Ägypten. Nach einem Jahr nahm sie Fahrstunden und wurde Lastwagenfahrerin.
Im Jahr 1945 heirateten Schimon und Sonja Peres. Wenig später wurde ihre Tochter Zvia geboren, die Söhne Jonatan und Nehemia folgten. Das Ehepaar gehörte zu den Gründern des Kibbutz Alumot. Sonja Peres legte Wert auf einen koscheren Haushalt. Trotz der politischen Karriere ihres Gatten mied sie das Rampenlicht. Schimon Peres respektierte diesen Wunsch.
Als er nach seiner Wahl 2007 in die Residenz des Präsidenten in Jerusalem einzog, blieb seine Frau in der gemeinsamen Wohnung in Tel Aviv. Im vergangenen Sommer sagte Schimon Peres in einem „Jediot Aharonot“-Interview: „Manchmal werde ich sehr einsam.“ Auf die Frage, ob er seine Gattin vermisse, antwortete er: „Ja. Den Geruch ihres Heims, ihre Hühnersuppe. Ich vermisse ihre Gesellschaft. Sie war und ist die Liebe meines Lebens.“